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Ferner wurde gesetzlich festgelegt, dass die Höchststrafe für Straftaten Die Industriepolitik umfasst daher unweigerlich eine horizontale Basis samt ihrer sektorspezifischen Umsetzung.

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Dementsprechend müsste ein Land, das eine Notimpfung durchgeführt hat und die geimpften Tiere nicht zu töten wünscht, gleichzeitig aber den Status als seuchenfreie Zone ohne Impfung nach 6 Monaten statt nach 12 Monaten wie im früheren OIE-Kodex vorgese he n wiedererlangen m ö ch te, sehr eingehende epidemiologische Nachweise u. Dieser Wiederaufbau muss unter die Schirmherrschaft der Vereinten Nationen gestellt werden, damit das haitianische Volk seine wirtschaftliche und politische Souveräni tä t wiedererlangen k a nn.

Es sind dringend weitere Beratungen mit dem OIE, dem Internationalen Tierseuchenamt, erforderlich, um sicherzustellen, dass ein infiziertes Land so rasch wie möglich wieder seinen MKS-freien St at u s wiedererlangen k a nn. Als Erstes müssen wir unseren gesunden Menschenvers ta n d wiedererlangen , u nd es gibt eine Reihe von Dingen, die wir nicht tun dürfen: Das oberste Ziel besteht darin, die Zahlungen an die Mitgliedstaaten zu beschleunigen und den Zugang zu den Strukturfonds zu erleichtern, damit die Projekte vor Ort schneller durchgeführt werden können und die europäische Wirtschaft Zuversicht und Dyn am i k wiedererlangen k a nn.

Die Besatzungsarmee muss abziehen und Zypern muss den St at u s wiedererlangen , d en es nach den Verträgen von Zürich und London hatte, die auch von England unterzeichnet wurden, dessen brillanter Sprössling der Kommissar zweifellos ist. Ricerche frequenti nel dizionarioitaliano: Clicca su uno dei seguenti motivi per la tua valutazione: Sono evidenziate le parole sbagliate.

Non corrisponde alla mia ricerca. Gestaltung und Behandlung der Teilzeitund Verlängerungsansprüche im niederländischen und deutschen Recht Ein Plädoyer für eine Versachlichung der Diskussion um das Arbeitsrecht Eine Untersuchung der Einkommensentwicklung von Akademikern Eine empirische Untersuchung marktvermittelter Arbeitsformen Ländliche Arbeit in der postindustriellen Gesellschaft Die Rolle von Moral, Eigeninteressen und Trittbrettfahren Pflegearbeit, Individuum und Gesellschaft.

Eine interdisziplinäre Spurensuche in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Als private und gemeinnützige Stiftung wäre man sicherlich hoffnungslos überfordert, wollte man ernsthaft die Rahmenbedingungen ändern, die solch eine Diagnose zumindest in Teilaspekten plausibel erscheinen lassen. Nicht gleich alles ändern zu können sollte aber keine Ausrede dafür sein, nicht wenigstens einen kleinen Beitrag zur Verwirklichung der besten aller möglichen Nachwuchsforscherwelten zu leisten.

Dieser Wettbewerb für junge Forschung hat in seinen bisher fünf Ausschreibungen mehr als zweieinhalbtausend Teilnehmer dazu motiviert, eigene Forschungsprojekte zu aktuellen und gesellschaftlich relevanten Themen zu verfolgen.

Oft genug auch jenseits der üblichen Fächergrenzen, in interdisziplinär zusammengesetzten Teams und immer das Bewertungskriterium der Verständlichkeit im Blick. Sie alle dokumentiert der vorliegende Band. Von Hartz IV bis zum Kündigungsschutz, von Trainingsprogrammen für Jungunternehmer oder Kunsthistoriker, bis zu der Frage nach Formen der Arbeitsorganisation im Theater wie im Wald, die Beiträge sind engagiert, kritisch, hellsichtig und scharf.

Sie benennen Denkblockaden und Forschungsversäumnisse und kommen dort, wo es möglich und sinnvoll erscheint, zu politischen Bewertungen und pragmatischen Handlungsvorschlägen.

Dieser Band zeigt zudem, dass der Studienpreis mehr ist als ein Wettbewerb, der den Gewinnerinnen und Gewinnern ein schönes Preisgeld beschert. Er ist Plattform und Kontaktbörse für wissenschaftliche Zusammenarbeit junger Forscher quer durch alle Disziplinen. Hier versammeln sich Beiträge von Sozialwissenschaftlerinnen und Volkswirten, Pflegewissenschaftlern und Kunsthistorikerinnen, Künstlerinnen und Juristen. Gemeinsam haben sie das Konzept für 8 Editorial diesen Band entwickelt, der nicht nur die Wettbewerbsbeiträge in überarbeiteter Form präsentiert, sondern auch Ergebnis gemeinsamer Diskussionen und fruchtbarer Debatten ist.

Und so sehr wir hoffen, den Preisträgerinnen und Preisträgern mit diesem Band eine Plattform im Sinne einer Bühne zu bieten, so sehr wünschen wir uns nun auch, dieser möge für Sie, die Leserinnen und Leser, eine Aussichtsplattform sein, deren Panorama den Aufstieg lohnt. Dazu gratuliert Ihnen das Studienpreis-Team ganz herzlich.

Mai im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften mit ihren Präsentationen zum Endspurt um den ersten Preis antraten. Die eingereichten Beiträge sind die Basis dieses Buches. Die Preisträger sind wir. Dass es überhaupt zu einem solchen Sammelband mit den Beiträgen der Preisträger gekommen ist, ist eine Neuheit beim Deutschen Studienpreis. Eine gewichtige Rolle hat dafür mit Sicherheit das Engagement der Stiftung gespielt, uns gut auf diese Herausforderung vorzubereiten.

Dazu zählten zwei Trainingsveranstaltungen, zu denen alle 19 ersten und zweiten Preisträger eingeladen wurden. Den eigenen Auftritt bei einer Präsentation inhaltlich, visuell und sprachlich zu gestalten und auf das Publikum abzustimmen, war Thema dieses Wochenendes.

Neben der guten Vorbereitung auf die Tagung in Berlin eröffnete dieses Seminar viel Raum zum persönlichen Kennenlernen. Anfang April konnten wir zudem in einem Schreibworkshop des Schreiblabors der Universität Bielefeld in Dresden unsere Kompetenzen zum Verfassen eines wissenschaftlichen Beitrags erweitern. Wir hoffen, dass uns dies nun auch bei diesem Buch zugute kommt. In jedem Fall haben diese Workshops nicht nur zu einem 10 Vorwort Ausbau unserer Fähigkeiten beigetragen, sondern auch zu einer sehr guten Basis für eine weitere Zusammenarbeit — Sympathie füreinander und Begeisterung für gemeinsame Themen über die Fachgrenzen hinweg.

Was erwartet die Leserin und den Leser in diesem Sammelband? Vier Themencluster führen durch das breite und komplexe Feld der ökonomischen, rechtlichen und sozialen Gestaltung der Arbeitswelt.

Aber unsere Beiträge beweisen, dass es sich auch bei alten Problemen immer wieder lohnt, neue Fragen zu stellen oder den Blickwinkel zu verschieben. Wir kommen aus unterschiedlichen Disziplinen und wollten — bei allem Bemühen um Verständlichkeit — Raum für einen fachspezifischen und persönlichen Stil lassen. Die 14 Beiträge bieten teils neue und überraschende, immer jedoch wissenschaftlich fundierte Blickweisen auf Einzelaspekte des deutschen Arbeitsmarkts wie beispielsweise Arbeitszeitverkürzung, Hartz IV und Arbeitslosigkeit.

Das Zusammenspiel von Arbeitnehmern und Arbeitgebern auf dem Arbeitsmarkt wird von der Arbeits- und Sozialgesetzgebung und den Verbänden strukturiert. Die Entfesselung der Marktkräfte, zurzeit gehemmt durch die vielfältigen, häufig interessengeleiteten Regeln, sei das Allheilmittel für die aktuellen Arbeitsmarktprobleme.

Im Teil Regeln für den Arbeitsmarkt werden einige dieser Rahmenbedingungen kritisch untersucht. Hierbei wird deutlich, dass die Wissenschaft neben dem ökonomischen noch weitere Blickwinkel einer Analyse der aktuellen Arbeitsmarktsituation anbietet. Zwei Beiträge von Pieter de Vos und Heiner Schumacher sowie Heike Opitz befassen sich mit den Chancen flexibler Arbeitszeiten aus ökonomischer und juristischer Perspektive und erklären, wie Flexibilität, Arbeitsplatzsicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zusammenhängen.

Vor einer erheblichen Änderung des sozialen Schutzes von abhängig Beschäftigten sollte eine fundierte Analyse der aktuellen Situation selbstverständlich sein. Das bestimmende arbeitsmarktpolitische Thema seit wird im vierten Beitrag dieses Abschnitts von Tim Lohse aus ökonomischer Sicht analysiert: Wie lässt sich der Eintritt in die Arbeitwelt gestalten?

Eine kritische Phase für Jugendliche ist der Übergang von der Ausbildung in den Arbeitsmarkt, denn Ausbildungsinhalte und Berufsanforderungen passen häufig nicht zusammen.

Dass dies nicht so sein muss, zeigen die Beiträge in Teil 2. Wie können beispielsweise bereits Jugendliche für unterschiedliche Berufsperspektiven sensibilisiert werden? Der Beitrag der Psychologin Elke Schröder stellt ein Trainingsprogramm vor, mit dem frühzeitig und spielerisch das Interesse am Unternehmertum geweckt werden soll. Allgemein wird angenommen, dass ein Studium Vorteile auf dem Arbeitsmarkt bringt — doch gilt dies auch bei der Rekordzahl von zwei Millionen Studierenden?

Die Autorinnen Christiane Mück und Karen Mühlenbein zeigen, dass Akademiker immer weniger verdienen und für viele Berufe mittlerweile überqualifiziert sind. Aber auch im Wald, in der Forstwirtschaft, können Einzelunternehmer nur bei höchstem persönlichen Einsatz überleben, wie der Beitrag von Till Westermayer zeigt.

Nach dem Wegfall der engen Beziehungen zu Auftraggebern und Kunden sieht sich der einzelne Waldarbeiter heute mit einem globalen Wettbewerb konfrontiert, gegen den er kaum eine Chance hat. Zwei weitere Beiträge fragen nach Möglichkeiten, den Wieder- Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern und bestehende Arbeit umzuverteilen.

Die Studie der Psychologin Claudia Gerhardt erforscht die Motive von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, auf Teile der eigenen Arbeitszeit und des Einkommens zu verzichten, wenn dadurch Arbeitsplätze geschaffen werden. Es zeigt sich, dass viele Menschen von einem Verzicht absehen, weil sie kein ausreichendes Vertrauen in die Solidarität anderer Akteure haben.

Sie plädiert 12 Vorwort für eine differenzierte Betrachtung des freiwilligen Engagements nach der Art der Freiwilligenorganisation, den häufig geschlechtsspezifischen Formen ehrenamtlichen Engagements, den bereits vorhandenen Ressourcen der Ehrenamtlichen sowie nationalen Arbeitsmarktpolitiken. Was passiert, wenn sich Markt und Gesellschaft vermischen, die Bedeutung nationaler Grenzen für Unternehmen abnimmt und die Insolvenz als Abschluss einer Unternehmensgeschichte abzuwickeln ist?

Diese Grenzen des Arbeitsmarkts werden im letzten Abschnitt behandelt. In einer älter werdenden Gesellschaft werden Pflegeberufe immer wichtiger, doch viele Arbeitnehmer bewältigen die physischen und psychischen Belastungen in diesen Berufen nicht.

Der erste Beitrag von Christian Apfelbacher und Anne Giebel blickt zurück in die Geschichte und wagt eine Prognose für einen Pflegebereich im Spannungsfeld von Professionalisierung und privatem Engagement. Und was passiert mit der früheren Arbeitswelt, wenn Unternehmen am Arbeits- Markt versagen und Insolvenz anmelden müssen?

Die Diplomfotografin Susanne Ludwig beschäftigt sich mit den Prozessen im Raum, die sich während der Insolvenz in ihm vollziehen. Insbesondere möchten wir Matthias Mayer für seine aufmunternde Betreuung und Unterstützung bei allen nur denkbaren Fragen danken. Nicht zuletzt danken wir Lothar Dittmer. Herzlichen Dank, liebe Körbers! Somit bleibt uns nur noch zu hoffen, dass Ihnen dieses Buch ein wenig mentale Arbeit macht, aber vor allem auch für Sie spannende und anregende Themen birgt.

Eine angenehme Lektüre wünschen die Preisträger des Deutschen Studienpreises Das Jahr markierte jedoch eine Trendwende. Immer mehr Unternehmen sind in der Lage, höhere Wochenarbeitszeiten auch gegen den massiven Widerstand der Gewerkschaften durchzusetzen.

Arbeitgeber und Befürworter von Arbeitszeitverlängerungen erachten diesen Schritt als notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Gegner befürchten, dass das bestehende Arbeitsvolumen auf weniger Beschäftigte verteilt wird und damit die Arbeitslosigkeit in Deutschland weiter ansteigt. In dieser Arbeit versuchen wir herauszufinden, welche der Parteien Recht behalten könnte.

Wir berücksichtigen dabei insbesondere die veränderte Wettbewerbsposition vieler Unternehmen. Diese konkurrieren auf ihrem jeweiligen Gütermarkt immer öfter auch mit ausländischen Anbietern, die den technologischen Produktivitätsnachteil in den letzten Jahren teilweise wettmachen konnten und darüber hinaus Zugriff auf vergleichsweise billige Arbeitskräfte haben.

Bei unserer Analyse wollen wir wie folgt vorgehen: Zunächst beschäftigen wir uns kurz mit der bereits vorhandenen theoretischen und empirischen Literatur, die sich mit den Auswirkungen einer Arbeitszeitverkürzung auf die Arbeitsnachfrage insbesondere in Deutschland beschäftigt. Im nächsten Schritt entwerfen wir ein einfaches Wettbewerbsmodell im Sinne Hotellings , in dem die Nachfrage nach Arbeitern endogen durch Produktdifferenzierung, Transport- und Produktionskosten bestimmt wird.

Letztgenannte Variable wird dabei durch die Arbeitszeit bei fixen realen Monatslöhnen bestimmt — wir gehen insgesamt von unflexiblen Löhnen aus. Dabei bezeichnet K das eingesetzte Kapital.

Realistischerweise wird weiter angenommen, dass jeder Arbeiter Fixkosten verursacht Ausbildung, Training, Sozialversicherungsabgaben, Verbrauch am Arbeitsplatz. Insbesondere ist bei dieser Vorgehensweise die Unterscheidung zwischen regulären Stunden und besser bezahlten Überstunden wichtig: Firmen, deren Beschäftigte bereits Überstunden leisten, werden bei einer Verkürzung der regulären Arbeitszeit eher Beschäftigung abbauen und zusätzliche Überstunden von den verbleibenden Arbeitskräften leisten lassen.

Reichte die bisherige reguläre Stundenzahl aus, so hängt der Beschäftigungseffekt davon ab, ob nach der Verkürzung Überstunden geleistet werden müssen oder nicht. Werden weder Überstunden noch die Anzahl der Beschäftigten bei einer Arbeitszeitverkürzung gesteigert, verbleibt nur noch die Option, je nach Substitutionsmöglichkeiten mehr Kapital einzusetzen, wobei sich durch reduzierte Maschinenlaufzeiten die Kapitalnutzungskosten erhöhen könnten, soweit keine flexiblen Arbeitszeiten genutzt werden vgl.

In jedem Fall bleiben die marginalen Kosten konstant oder steigen vgl. Positive Effekte auf die Beschäftigung könnte eine Arbeitszeitverkürzung haben, wenn diese eine Erhöhung der Produktivität der Arbeiter zur Folge hätte.

In der Realität ist die Substitution zwischen Arbeitern und Stunden viel problematischer vgl. Zu den Folgen einer Arbeitszeitverlängerung aus wettbewerbstheoretischer Sicht 17 Es besteht allerdings bei entsprechender Verhandlungsmacht seitens der Arbeitnehmer die Möglichkeit eines Lohnausgleichs, der die Arbeiter für verringerte Einkünfte bei verkürzter Arbeitszeit durch eine Stundenlohnerhöhung wenigstens zum Teil entschädigt.

Tritt dieser Fall ein, so erhöhen sich die Produktionskosten unabhängig von den Substitutionsmöglichkeiten. Insgesamt wird bei dieser Diskussion weitgehend von den Auswirkungen auf die Wettbewerbsposition des jeweiligen Unternehmens abstrahiert, die eine Verringerung der Arbeitszeit zur Folge haben könnte. Ist dieses erhöhtem Preiswettbewerb ausgesetzt, und sind die Gewinnmargen ohnehin niedrig, so könnte selbst eine geringe Kostenerhöhung zu massivem Stellenabbau bzw. Auf der anderen Seite wird ein Monopolist, der seine Gewinne maximiert, die Produktion bei einer marginalen Kostenerhöhung nur geringfügig senken.

Eine Zusammenfassung der institutionellen Hintergründe findet sich in Steiner und Peters So wurde die reguläre Arbeitszeit stufenweise reduziert, während flexiblere Arbeitszeitmodelle eingeführt wurden, die jedoch von kleinen Firmen oft nicht genutzt wurden. Entsprechend fiel die absolute Stundenzahl von ungelernten Arbeitern von 41,3 auf 37,9 Stunden und bei gelernten Fachkräften von 42,9 auf 38,1 Stunden vgl. Insgesamt belief sich im Jahr die durchschnittlich gearbeitete jährliche Stundenzahl in Deutschland auf ,8 Stunden.

Der europäische Durchschnitt liegt bei ,6. Lediglich in Frankreich, Holland und Dänemark wurde weniger gearbeitet als hierzulande vgl. Für die ungelernten Arbeitnehmer war der Beschäftigungsabbau in der Industrie besonders hoch: Bei einer Analyse des Sozioökonomischen Panels des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigte sich, dass sich die Reduzierung der regulären Arbeitszeit annähernd eins zu eins auf absolut gearbeitete Stunden auswirkte: Eine Substitution zwischen Arbeitern und Überstunden fand also nicht statt.

Durch die Reduktion der Arbeitszeit bei relativ unflexiblen Löhnen wurden so die Kosten für den Faktor Arbeit massiv in die Höhe getrieben. Arbeitszeitverkürzungen trugen dort zu mehr Beschäftigung bei, wo diese direkt zwischen den Arbeitnehmern und Arbeitgebern eines Betriebes vereinbart wurden.

So belegen etliche Studien für andere Länder einen negativen Zusammenhang zwischen regulärer Arbeitszeit und Beschäftigung4 mit Elastizitäten zwischen —0,1 und —1,7, d. Dieser Befund ist jedoch nicht auf Deutschland übertragbar, da hier Arbeitszeit und Lohn für die meisten Unternehmen durch den Flächentarifvertrag geregelt werden. Die Wettbewerbssituation ist in unserem Modell exogen gegeben.

Die Löhne sind fix und ebenfalls exogen vorgegeben. Der Stundenlohn hängt also nur von der variablen Arbeitszeit ab. Die für die Firma optimale Beschäftigtenzahl N wird endogen erklärt. Es bezeichne die Variable x, wo sich ein Anbieter bzw. Eine Preisdifferenzierung zwischen verschiedenen Konsumenten ist 4 Eine Zusammenfassung dieser Studien findet sich in Houpis Somit ist die Anzahl der Konsumenten auf 1 normiert.

Er erhält also seine Wertschätzung für das Gut abzüglich des Preises und der Transportkosten. Durch die räumliche Trennung der Firmen wird der Preiswettbewerb abgeschwächt.

Erhöht ein Anbieter seinen Preis, so wird er einige Kunden verlieren, aber diejenigen, die in seiner Nähe sind, werden aufgrund der geringeren Transportkosten dennoch bei ihm kaufen. Der marginale Konsument x ist zwischen den beiden Firmen indifferent7, d. Spezifizieren wir diese beiden Bestandteile ein wenig genauer: Den Firmen ist es technisch nicht möglich zu unterscheiden, woher ein Konsument kommt. Die Unterscheidung ist rechtlich nicht möglich.

Die Konsumenten können nach einer Unterscheidung zum Zwischenhändler werden und somit die Differenzierung an sich aushebeln.

Im jeweiligen Heimatmarkt stehen die Firmen im Preiswettbewerb mit anderen Firmen. Die Transportkosten können auch einem Transportunternehmen entstehen. Entscheidend ist, dass der Konsument sie letztlich trägt. Der Einfachheit halber nehmen wir an, dass diese stetig mit der Entfernung zum Anbieter steigen was im Falle von Währungsrisiken natürlich wenig Sinn ergibt.

Hier bezeichnen sie also den Differenzierungsgrad des Produkts hinsichtlich Bauart oder Qualität: Je weiter entfernt sich der Konsument von einem Anbieter befindet, desto geringer ist seine Präferenz für dessen Gut und desto höher ist sie für das Produkt der Konkurrenz.

Je höher dieser Teil der Transportkosten ist, desto weniger Wettbewerb herrscht zwischen den beiden Anbietern. Eine Firma in den USA benötigt für die Produktion ihrer Güter eine bestimmte Maschine, welche nur von einem japanischen und einem deutschen Hersteller geliefert werden kann.

Die realen Transportkosten tTransport würden für das japanische Modell aus nicht näher spezifizierten Gründen geringer sein als für das deutsche, allerdings lässt sich das Letztgenannte kostengünstiger in den bereits vorhandenen Produktionsprozess integrieren. Die Entscheidung ist also von der Summe der beiden Kostenarten abhängig. Der Grund für unserer Synthese ist der folgende: Unabhängig von Differenzierungsgrad der beiden Güter bzw.

Wettbewerbsintensität der Unternehmen ist es nun möglich, die realen Transport- und Kommunikationskosten bei gleich bleibender Produktdifferenzierung zu variieren und dadurch ein sehr wichtiges Merkmal der Globalisierung zu formalisieren. Im weiteren Verlauf der Analyse werden wir noch ausführlich darauf zurückkommen.

Zudem ignorieren wir die Abhängigkeit der Produktion von eingesetztem Kapital und nehmen konstante Skalenerträge an, i. Insbesondere unterscheiden wir nicht zwischen regulärer Arbeitszeit und Überstunden. Wird Erstere erhöht, steigt auch die absolute Stundenzahl um dieselbe Zeitspanne, was für Deutschland nicht unrealistisch ist, wie wir bei den empirischen Studien feststellen konnten.

Gleichzeitig wird jedem Arbeiter ein fixer Lohn gezahlt, d. Zusammen mit weiteren Lohnnebenkosten Sozialabgaben, Ausbildung bildet er die Kosten pro eingesetztem Arbeiter l. T Entscheidend für uns ist lediglich, dass eine Arbeitszeitverlängerung die Grenzkosten senkt — was in Übereinstimmung mit der bisherigen theoretischen Literatur zu Arbeitszeitverkürzungen steht. Ist dieser kleiner als 1, so produziert der ausländische Anbieter mit unterlegener Produktionstechnologie.

Hebt man die Annahme der perfekten Substituierbarkeit auf, und berücksichtigt man auch das Kapital in der Produktionsfunktion, so verändern sich die errechneten Effekte in ihrem Betrag. Strategische Interaktion Die folgenden Überlegungen werden hauptsächlich aus der Sicht der inländischen Firma angestellt.

Aus Symmetriegründen erfolgen die Berechnungen für den ausländischen Konkurrenten analog. Die Menge, die Anbieter A verkaufen kann, beträgt wegen 1 genau x: Die Profite der beiden Firmen betragen: Die Bedingungen erster Ordnung des Gewinnmaximierungskalküls ergeben die Reaktionskorrespondenzen: Diese besagt, dass bei gegebenen Transportkosten die jeweiligen Grenzkosten nicht zu unterschiedlich sein dürfen, da sonst der Anbieter mit den höheren Produktionskosten aus dem Markt gedrängt wird.

Je härter also der Wettbewerb ist, desto ähnlicher müssen sich die Anbieter in ihrer Kostenstruktur sein. Steigen die Transportkosten, so sinkt die Preiselastizität und umgekehrt. Wegen 2 , 5 und 9 gilt im Gleichgewicht: Auswirkung einer Arbeitszeitverlängerung auf die Beschäftigung Nun haben wir alle Bestandteile des Modells beisammen und können uns auf unser eigentliches Problem konzentrieren.

Die Firma fragt mehr Arbeit nach. Innerhalb unseres Modellrahmens gelangen wir zu Ergebnis 1. Die Firma stellt nur so viel her, wie sie auch absetzt. Formt man Gleichung 15 um, so erhält man folgenden Ausdruck für den marginalen Effekt: Das ist ein sehr intuitives Ergebnis: Nur auf Märkten mit ausreichend hoher Wettbewerbsintensität ist der Beschäftigungseffekt positiv.

Ein Monopolist, dessen Produkte gut differenziert — also schlecht zu substituieren — sind, wird bei einer Arbeitszeiterhöhung keinen Anreiz haben, den Preis weiter zu senken: Er würde zwar einige Konsumenten gewinnen, der Gewinn bei den bisherigen Kunden wäre aber geringer und der Gesamteffekt somit negativ. Um die bisherige Produktion konstant zu halten, würde er sogar Beschäftigung abbauen — die Arbeitszeitverlängerung würde allein seinen Gewinn erhöhen.

Über die Mehrproduktion hinaus können sie durch die geringeren Grenzkosten ihren Marktanteil gewinnbringend steigern. Interessant ist auch die negative Abhängigkeit des Gesamteffektes von den Grenzkosten der ausländischen Konkurrenz. Auswirkungen der Globalisierung auf die Beschäftigung Kommen wir noch einmal zurück auf die Transportkosten t. Wir hatten diese als eine synthetische Variable aus wirklichen Transport- bzw. Kommunikationskosten und der branchenspezifischen Wettbewerbsintensität definiert.

Über den zweiten Bestandteil können wir keine Aussage machen — dieser ist abhängig von der Art der produzierten Güter. Den ersten hingegen fassen wir als eine Variable auf, die ein Merkmal der Globalisierung beschreibt.

Auslöser dieser Entwicklung war und ist vor allem die stetige Senkung von Transport- und Kommunikationskosten, die den internationalen Warenaustausch für immer mehr Firmen rentabel werden lässt. Wo ehemals der Wettbewerb zwischen zwei weit entfernten Produzenten eines homogenen Gutes gering bzw.

Der Wettbewerbsvorteil des lokalen Anbieters durch geringere Lieferkosten fällt mit eben diesen und lässt langfristige Gewinne nur aufgrund geringerer Produktionskosten oder ausreichender Produktdifferenzierung zu.

Innerhalb unseres Modells bedeutet dies, dass sich die Transportkostenvariable t an tDifferenzierung annähert und somit die Preiselastizität der Nachfrage für alle Branchen zunimmt. Damit ist der Beschäftigungseffekt einer Arbeitszeitverlängerung bei immer mehr Unternehmen positiv.

Für Unternehmen mit im Vergleich zu ausländischen Anbietern höheren Produktionskosten führt dieser Trend allerdings dazu, dass diese aus dem Wettbewerb gedrängt werden — siehe Gleichung 12 — oder ihre Güter weiter differenzieren. Den reinen Beschäftigungseffekt der Globalisierung erhalten wir durch die Ableitung von Gleichung Ergebnis 2 Bei einer marginalen Senkung der Transportkosten wird der Hersteller mit den geringeren Grenzkosten unabhängig von der absoluten Preis- Zu den Folgen einer Arbeitszeitverlängerung aus wettbewerbstheoretischer Sicht 27 elastizität der Nachfrage Beschäftigung aufbauen, während der Anbieter mit den höheren Grenzkosten Arbeiter entlassen wird.

Auch dieses Ergebnis ist einleuchtend. Bei sinkenden Transportkosten sinkt der Absatzvorteil durch räumliche Nähe zum Kunden, der sich für das billigere Gut entscheidet. Der Anbieter mit hohen Grenzkosten wird dabei Marktanteile verlieren und muss seine Produktion verringern.

Das impliziert, dass in Branchen, deren ausländische Konkurrenz geringe Arbeitskosten aufweist und die diesen Nachteil nicht durch eine erhöhte Produktivität kompensieren können, über die Zeit dieses Prozesses hinweg Arbeitskräfte entlassen werden. Insbesondere gilt dieses Ergebnis auch für Märkte, die sich durch einen relativ hohen Grad der Produktdifferenzierung auszeichnen: Dies gilt insbesondere für Branchen, in denen sich die Produktivität der ausländischen Anbieter dem inländischen Standard schnell anpasst.

Auswirkung der Globalisierung auf Unternehmensgewinne In einem letzten Schritt wollen wir die Entwicklung der Unternehmensgewinne näher analysieren. Diese sind in einer marktwirtschaftlich organisierten Volkswirtschaft von enormer Bedeutung: Samuelson in einem Interview mit dem Handelsblatt Wo in absehbarer Zeit keine Überschüsse über die anfallenden Kosten und Risikoprämien erwirtschaftet werden, wird Kapital abgezogen, um andere Unternehmungen zu finanzieren, die einen höheren Profit erwarten lassen.

In der ökonomischen Theorie ist es ein allgemein bekanntes Resultat, dass bei zunehmendem Wettbewerb die Profite der Produzenten sinken. Dies bestätigt sich auch in unserem Modell: Betrachten wir nun das Verhältnis r der Unternehmensgewinne des in- und ausländischen Anbieters. Fassen wir dies zusammen unter Ergebnis 3 Durch eine Verschärfung des Wettbewerbes verringert sich der Gewinn des Anbieters mit den höheren Grenzkosten überproportional zu den Erträgen seines Konkurrenten.

Das bedeutet, dass Branchen mit wenig Produktdifferenzierung stärker davon betroffen sind. Der Ausdruck in der Klammer des Nenners von 21 ist dann nämlich relativ zum Zähler sehr klein. Warum ist das Verhältnis der Gewinne so wichtig? Um dies zu beantworten, müssen wir auf die Investitionsseite des Unternehmens blicken, die wir bisher vernachlässigt haben.

Zwar spielte das Kapital keine Rolle in unserem Modell, trotzdem können wir davon ausgehen, dass dieses investiert werden muss, um das Geschäft betreiben zu können. Sind nun die Gewinne im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz gering, werden die Investoren bald ihr Kapital aus dem Unternehmen abziehen oder die Produktion ins Ausland verlagern — ein Trend, der sich in den letzten Jahren immer weiter verstärkt hat. Wie kam der Beschäftigungsabbau in Deutschland zustande? Die bisherigen Überlegungen haben gezeigt, dass es für den Verlust von Arbeitsplätzen bei einer Verkürzung der regulären Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich drei unterschiedliche Gründe geben kann, die unmittelbar aus dem Wettbewerb auf dem Gütermarkt resultieren: Die Absatzchancen des Anbieters mit den höheren Kosten sinken, was einen negativen Beschäftigungseffekt auslöst.

Insbesondere in Branchen, in denen die ausländische Konkurrenz den technologischen Produktivitätsrückstand auf den inländischen Anbieter ausreichend verringern konnte, kommt dieser Effekt zustande. Dieser Trend verstärkt sich, wenn die realen Transportkosten sinken. In allen Fällen würde eine Arbeitszeitverlängerung dazu beitragen, den Effekt abzuschwächen bzw.

Wenn absehbar ist, dass sich der Wettbewerb innerhalb einer Branche verschärfen wird, wäre dies ein möglicher Weg, zu dauerhaft konstanter Beschäftigung beizutragen. Hinsichtlich der Diskussion um eine Arbeitszeitverlängerung können wir Folgendes festhalten: Der Argumentation der Befürworter, eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit inländischer Unternehmen würde durch eine Arbeitszeitverlängerung zu mehr Beschäftigung führen, können wir unter Vorbehalt zustimmen.

Einschränkend muss man aber anmerken, dass zunächst einmal die Gewinne der bereits bestehenden Unternehmen steigen und neue Arbeitsplätze — analog zu Ergebnis 1 — nur in ausreichend wettbewerbsintensiven Branchen entstehen würden.

Aufgrund der aufgezeigten Tendenzen, dass erstens besagte Intensität zunimmt und zweitens die Produktivität der ausländischen Konkurrenz sich der inländischen eher anpasst, wird ein solcher Schritt in Zukunft für viele Betriebe immer notwendiger, um Beschäftigung zumindest zu sichern.

Zu den Folgen einer Arbeitszeitverlängerung aus wettbewerbstheoretischer Sicht 6 31 Politikimplikationen Aus der vorangegangenen Analyse wurde deutlich, dass sich der Effekt einer Arbeitszeitverlängerung bzw. Innerhalb unseres Modellrahmens war dieser abhängig von realen Transport- und Kommunikationskosten, Produktdifferenzierung und den Grenzkosten des ausländischen Anbieters bzw. Wir halten daher folgende Folgerungen für sinnvoll: Dezentrale Verhandlungen über Lohn und Arbeitszeit In wettbewerbsintensiven Branchen, die auf dem Weltmarkt agieren und mit ausländischen Firmen konkurrieren, kann eine Arbeitszeitverlängerung zu mehr Beschäftigung führen.

Die betroffenen Firmen sollten daher eigene Tarifverhandlungen führen dürfen und nicht in das Korsett eines Flächentarifvertrags gezwungen werden. Aus unserem Modell abzuleiten, dass Tarifverhandlungen auf Betriebsebene grundsätzlich zu befürworten sind, wäre jedoch voreilig.

Einerseits müssen den Arbeitnehmern bei der Aushandlung des Firmentarifvertrages viele, z. Andererseits wurde durchaus schon festgestellt, dass Tarifverhandlungen auf betrieblicher Ebene einen eher negativen Effekt auf die Beschäftigung in dem entsprechenden Sektor haben können vgl. Zu befürworten wären deshalb vergleichsweise kleine, regional organisierte Gewerkschaften, welche die Belegschaft mehrerer homogener Firmen eines Sektors mit ähnlicher Kosten- und Vertriebsstruktur vertreten.

Da für diese der Wettbewerb gleich ist, könnten besagte Gewerkschaften direkt auf dessen Erfordernisse eingehen. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum man eher auf eine Arbeitszeitverlängerung zurückgreifen sollte, um Beschäftigung zu sichern: Man kann nämlich davon ausgehen, dass die meisten Beschäftigten eine Arbeitszeitverlängerung einer Lohnkürzung vorziehen würden.

Mehrere empirische Studien zu den Wohlfahrtseffekten einer Arbeitszeitverkürzung kommen zu folgendem Ergebnis: Wenn die Wahl bestünde zwischen einem höheren Gehalt bei gleicher Stundenzahl und einer geringeren Arbeitszeit bei gleich bleibender Bezahlung, so würde die Mehrheit erstere Option bevorzugen. Die Vermutung liegt Nahe, dass es bei den aktuellen Arbeitszeiten zu impliziter Unterbeschäftigung kommt, d.

Insofern wären Arbeitszeitverlängerungen in den meisten Fällen viel einfacher durchsetzbar, als es Lohnminderungen sein könnten. Literatur Akerlof, George A. Efficiency Wage Models of the Labor Market. Flexible Wage Structures and Employment. University of Toronto Press. Scandinavian Journal of Economics 90, S. Work Sharing, Employment and Shiftwork.

Oxford Economic Papers 41 4 , Seiten — The Economics of Labour Markets. Zu den Folgen einer Arbeitszeitverlängerung aus wettbewerbstheoretischer Sicht 33 Franz, Wolfgang Work-Sharing to Full Employment: Serious Option or Populist Fallacy? Implicit contracts, moral hazard, and unemployment. American Economic Review 71, S. Wir sollten das Tempo der Globalisierung drosseln, S. Working Time in Transition. Economic Journal 39, S.

Discussion Paper März. Hours Reductions as Work Sharing. Brookings Papers on Economic Activity,Vol. Ifo Institut für Wirtschaftsforschung Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten — reale Entwicklung oder statistisches Artefakt?

Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ZEW Discussion Paper Teilzeit- und Verlängerungsansprüche im niederländischen und deutschen Recht 35 Hauptsache Teilzeitarbeit Gestaltung und Behandlung der Teilzeit- und Verlängerungsansprüche im niederländischen und deutschen Recht Teilzeit- und Verlängerungsansprüche im niederländischen und deutschen Recht Heike Opitz 1 Einleitung Nach fast vierjähriger Geltung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes im Folgenden: So kam es im September auf dem Deutschen Juristentag zu einem Eklat während der arbeitsrechtlichen Beratungen.

Die Arbeitnehmervertreter warfen den Arbeitgebervertretern vor, gezielt eine Mehrheit für ihre Anträge organisiert zu haben. Grund des Streits ist das vor knapp vier Jahren beschlossene Gesetz. Waa im Juli einführten, wurden auch in Deutschland im Januar für Arbeitnehmer allgemeine Ansprüche auf Anpassung der Arbeitszeit geschaffen.

Geregelt sind die Ansprüche in Art. Damit kann ein Arbeitnehmer sowohl seine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit verringern als auch verlängern.

Der Arbeitgeber hat unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, den Antrag eines Arbeitnehmers abzulehnen. Ziel in den Niederlanden war insbesondere, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern.

Warum ist gerade in Deutschland das TzBfG so umstritten? In den Niederlanden wurde Teilzeitarbeit seit Beginn der 80er Jahre gefördert, zunächst nur mit dem Ziel, die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Sie führte auch zu einer wachsenden Partizipation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und wird heute vor allem unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Beruf und Familie diskutiert. Die Übertragung des konsensorientierten niederländischen Bündnisses für Arbeit ist in Deutschland an der fehlenden Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten gescheitert Schmid , S.

Teilzeitarbeit ist also in beiden Ländern ein Frauenphänomen. Die geschlechtsspezifische Entwicklung von Teilzeitarbeit ist in beiden Ländern ähnlich verlaufen. Insbesondere Frauen arbeiten in den Niederlanden und in Westdeutschland Teilzeit. Dies hängt mit der geschlechtsspezifischen Aufgabenverteilung in beiden Ländern zusammen. Beide Länder haben Möglichkeiten für eine Freistellung von der Erwerbstätigkeit nach der Geburt und in den ersten Lebensjahren eines Kindes geschaffen.

Die rechtlichen Regelungen sind der Elternurlaub in den Niederlanden und die Elternzeit in Deutschland. In den Niederlanden, wo die Möglichkeit eines Elternurlaubs erst später als in Deutschland eingeführt wurde, ist die zeitliche Dauer deutlich kürzer als in Deutschland.

Sie beträgt 13 Wochen, kann allerdings als Teilzeit-Elternurlaub genommen und entsprechend ausgeweitet werden Art. Die Teilzeitwünsche kann der Arbeitgeber dabei nicht ablehnen.

In Deutschland besteht hingegen ein Freistellungsanspruch bis zu drei Jahren. Daneben hat der Arbeitnehmer einen Anspruch, in der Elternzeit Teilzeit bei seinem Arbeitgeber zu arbeiten. Allerdings kann der Arbeitgeber die Teilzeit in der Elternzeit aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen. Auch vor der Schaffung des Waa wurde in den Niederlanden insbesondere von Arbeitnehmern versucht, durch gerichtliche Klagen eine Verringerung der vertraglich festgelegten Arbeitszeit zu erreichen.

Dies wurde auf dem Weg einer Teilkündigung oder nach dem Grundsatz der guten Arbeitgeberschaft beansprucht Opitz , S. Das Waa setzte somit eine Forderung aus einer langjährigen Diskussion um. Die Situation in Deutschland unterscheidet sich hiervon.

Dabei nahm sich der deutsche Gesetzgeber das Waa als Vorbild. So wurde der Teilzeitanspruch wegen der Einschränkung der Vertragsfreiheit der Arbeitgeber teilweise als verfassungswidrig angesehen.

In beiden Ländern müssen sowohl Arbeitnehmer wie Arbeitgeber ein klares Verfahren bei der Beantragung der Teilzeitarbeit einhalten. Es gilt eine Wartefrist, bis zu der ein Arbeitnehmer das erste Mal einen Antrag stellen kann. Der Arbeitgeber muss in einer gewissen Frist reagieren, ansonsten findet eine automatische Anpassung der Arbeitszeit statt.

Das Waa schreibt vor, dass der Arbeitgeber einem Antrag des Arbeitnehmers zustimmen muss, es sei denn, dass schwerwiegende betriebliche Belange gegen den Antrag sprechen Art. Eine Beschreibung dieser Ablehnungsgründe findet in Art. Danach liegt bei der Verringerung der Arbeitszeit in jedem Fall dann ein schwerwiegender betrieblicher Belang vor, wenn ernsthafte Probleme für die Betriebsführung bei der Wiederbesetzung der frei werdenden Stunden, auf dem Gebiet der Sicherheit oder bei der Erstellung von Zeit- und Schichtplänen auftreten Art.

Bei der Verlängerung der Arbeitszeit liegt ein schwerwiegender betrieblicher Belang insbesondere vor, wenn ernsthafte Probleme auftreten, bei Belangen finanzieller und organisatorischer Art, dem Fehlen von ausreichenden Arbeitsmöglichkeiten oder unzureichendem festgelegtem Raum im Stellenplan oder Personalbudget Art.

Die Verteilung der Arbeitsstunden soll der Arbeitgeber grundsätzlich übereinstimmend mit den Wünschen des Arbeitnehmers festlegen. Allerdings kann er hiervon abweichen, wenn das betriebliche Interesse das Interesse des Arbeitnehmers an einer bestimmten Verteilung überwiegt Art. Damit findet hinsichtlich der Verteilung der Arbeitsstunden nur eine Interessenabwägung statt.

Im Gegensatz zu den Niederlanden wird die Verteilung der Arbeitszeit damit identisch mit der Verringerung der Arbeitszeit behandelt. Zunächst gibt es weder eine Einschränkung des Anwendungsbereichs, noch wird eine bestimmte Dauer der Betriebszugehörigkeit vorausgesetzt.

Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber seinen Verlängerungswunsch seiner vertraglich vereinbarten Arbeitszeit anzeigt. Bei einem entsprechenden freien Arbeitsplatz ist der Arbeitnehmer bevorzugt zu berücksichtigen. Der Arbeitgeber kann den Verlängerungswunsch ablehnen, wenn dringende betriebliche Gründe oder die Arbeitszeitwünsche anderer Arbeitnehmer dem entgegenstehen.

Eine Regelung zur Verteilung der Arbeitszeit fehlt, sodass das normale Direktionsrecht des Arbeitgebers gilt. In beiden Ländern wurde mit dem Recht auf Anpassung der Arbeitszeit und der Verteilung der Arbeitsstunden kein isoliertes Recht auf eine bestimmte Verteilung der Arbeitsstunden und auch kein Recht auf befristete Anpassung der Arbeitszeit geschaffen.

Mit der Reduzierung der Arbeitszeit reduziert sich entsprechend auch der Lohn des Arbeitnehmers. Auf der einen Seite wurde das Gesetz als zu weitgehend aufgefasst und insbesondere die damit verbundene Einschränkung der Vertragsfreiheit der Arbeitgeber kritisiert Kneppers-Heynert , S.

Diese Kritiker bewerteten das Waa als wenig einflussreich und meinten, dass es kaum Auswirkungen auf die Vertragsbeziehungen haben werde Vas Nunes , S. Auf der anderen Seite wurde das Waa positiv als erster Schritt zu einer neuen Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit zwischen Männern und Frauen betrachtet und aus dem Grunde für notwendig erachtet Burri , S. Die Auslegung der einzelnen Regelungen des Waa erfolgte jedoch sowohl in der rechtswissenschaftlichen Literatur als auch in den gerichtlichen Verfahren 40 Heike Opitz relativ einheitlich, und es lassen sich nur wenige Streitstände feststellen Opitz , S.

Allerdings können beide Grundrechte durch vernünftige Überlegungen des Gemeinwohls eingeschränkt werden, deren Bestimmung grundsätzlich dem Gesetzgeber obliegt BVerfG, Beschl. Diese liegen hier in dem Ziel des Gesetzgebers, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Die teilweise geforderte einschränkende Auslegung lässt sich somit nicht aus dem Grundgesetz herleiten.

Aus dieser Kontroverse folgten in Deutschland insbesondere im Rahmen des Teilzeitanspruchs viele Auslegungsprobleme. Die Beispiele, die im Gesetzgebungsprozess genannt wurden, wurden als nicht hilfreich erachtet, da sie sich auf die Rechtsprechung vor Geltung des Waa bezogen.

Die Erfolgsaussichten der Klagen der Arbeitnehmer sind damit gestiegen. Die Gründe des Arbeitgebers sind nach der Rechtsprechung vollständig überprüfbar so genannte integrale toetsing.

Des Weiteren forderten die Gerichte, dass die vorgetragenen schwerwiegenden betrieblichen Belange auch zu ernsthaften Problemen führen müssen.

Einheitlich wurde festgestellt, dass den Arbeitgeber die Beweislast für das Vorliegen der betrieblichen Gründe trifft. Eine reine Behauptung ist nicht ausreichend, vielmehr muss der Arbeitgeber rationale und nachvollziehbare Gründe vortragen.

An betriebliche Gründe sind weniger hohe Anforderungen als an dringende betriebliche Gründe zu stellen. Während dies teilweise als Redaktionsversehen gewertet wurde und eine einschränkende Auslegung Beckschulze , S. Trotz einiger systematischer Argumente ist dies überzeugend, da ansonsten das Ziel des TzBfG nicht erreicht werden könnte. Das Bundesarbeitsgericht im Folgenden: Anders als in den Niederlanden wird in Deutschland eine unternehmerische Entscheidung nur eingeschränkt von den Gerichten überprüft.

Allerdings kann daraus nicht abgeleitet werden, dass schon die Behauptung einer unternehmerischen Entscheidung zur Ablehnung des Teilzeitanspruches ausreicht. Dies würde zur Bedeutungslosigkeit des Gesetzes führen. Auch aus der grundgesetzlich geschützten Berufsfreiheit folgt nichts anderes, da auch diese aus vernünftigen Gründen des Gemeinwohls, die hier vorliegen, eingeschränkt werden kann.

Durch die Entscheidungen des BAG ist mittlerweile geklärt, dass höhere Anforderungen zu stellen sind. Die unternehmerische Entscheidungsfreiheit führt nicht dazu, dass ein Organisationskonzept nicht überprüfbar sei. Vielfach wurden nur Schlagworte gegen die gewünschte Teilzeitarbeit angeführt z.

Teilzeit- und Verlängerungsansprüche im niederländischen und deutschen Recht 43 4. Gerade bei familiären Verpflichtungen seien Arbeitnehmer auch auf eine bestimmte Verteilung der Arbeitszeit angewiesen Burri , S. Bei der Interessenabwägung gaben die Richter meistens dem Wunsch des Arbeitgebers hinsichtlich der Verteilung der Arbeitsstunden statt. Für Arbeitnehmer ist so eine Anpassung der Arbeitszeit gut durchsetzbar, deutlich schwieriger ist es aber, auch die gewünschte Verteilung zu erlangen.

Ihre besondere Bedeutung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer wurde nicht thematisiert. Strittig war, inwieweit bei der Ablehnung einer gewünschten Verteilung der Arbeitsstunden auch eine wesentliche Beeinträchtigung erforderlich ist.

Nach allgemeiner Auffassung, unter Verweis auf das Gesetzgebungsverfahren, gilt bei Anwendung des Waa ein Prioritätsprinzip der Anträge verschiedener Arbeitnehmer. Der erste Antrag muss somit auch als erster entschieden werden.

Gerade bezüglich der Verlängerung der Arbeitszeit wird dies als problematisch erachtet. Dem 44 Heike Opitz Arbeitgeber würde so die Möglichkeit genommen, zwischen zwei unterschiedlich gut geeigneten Arbeitnehmern, die eine Verlängerung beantragt hätten, zu entscheiden.

In Deutschland wurde der Rechtsanspruch auf Verlängerung der Arbeitszeit völlig anders als der Rechtsanspruch auf Verringerung der Arbeitszeit gestaltet. Eine vergleichbar breite und strittige Auseinandersetzung wie beim Teilzeitanspruch fand nicht statt. Dies ist umso erstaunlicher, da gerade die Verlängerung der Arbeitszeit deutlich stärkere finanzielle Folgen für den Arbeitgeber haben kann und ihm die Möglichkeit beschnitten wird, frei über die Besetzung der Arbeitsplätze zu entscheiden.

Zur Rechtsprechung zum Rechtsanspruch auf Verlängerung der Arbeitszeit lässt sich in beiden Ländern nur auf zwei Entscheidungen zurückgreifen siehe hierzu: In den Niederlanden wurden die meisten Klagen im Eilverfahren entschieden.

Nur in Ausnahmefällen wurde die Möglichkeit einer Anpassung des Arbeitsvertrags nach dem Waa im Wege des Eilverfahrens generell abgelehnt. Die meisten Gerichte wendeten das Eilverfahren ohne Bedenken an. In Deutschland wurde hingegen nur in Ausnahmefällen im einstweiligen Rechtsschutz entschieden. Die Klage beim Teilzeitanspruch ist zunächst auf die Abgabe einer Willenserklärung des Arbeitgebers zur Zustimmung zur Verringerung gerichtet.

Daher wurde teilweise angenommen, dass eine einstweilige Verfügung immer eine Vorwegnahme der Hauptsache darstelle und folglich nie möglich sei Schiefer , S. Des Weiteren reiche ein Antrag auf vorläufige Beschäftigung zu den angepassten Arbeitszeiten. Gegen die Entscheidungen zum Waa wurden nur in Ausnahmefällen Rechtsmittel eingelegt. Die meisten Prozessparteien scheinen die Entscheidungen zu akzeptieren. Dies ist hinsichtlich des Bestands des Arbeitsverhältnisses wichtig, da so lange Rechtsstreitigkeiten vermieden werden.

In Deutschland wurden hingegen vielfach Rechtsmittel eingelegt. In Deutschland stand dabei die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Vordergrund. In beiden Ländern wurden durchsetzbare Ansprüche auf die Verringerung und die Verlängerung der Arbeitszeit geschaffen.

Die inhaltliche Schwerpunktsetzung unterscheidet sich allerdings in beiden Gesetzen stark. In den Niederlanden sollte auf der einen Seite der Arbeitnehmer die Möglichkeit erhalten, seine Arbeitszeit flexibel gestalten zu können.

Daher wurde ein relativ starkes Recht auf Anpassung der Arbeitszeit geschaffen. Auf der anderen Seite wurde zum Schutz des Arbeitgebers eine relativ schwache Regelung zur Verteilung der Arbeitsstunden gewählt. Hier wurde das Interesse des Arbeitgebers berücksichtigt, den Arbeitnehmer nach seinen Bedürfnissen einzusetzen. In Deutschland liegt der Schwerpunkt hingegen auf dem Teilzeitanspruch. Hier ging es zunächst um das Ziel, den Anteil von Teilzeitbeschäftigten generell zu steigern.

Die Möglichkeiten des Arbeitgebers, den Teilzeitantrag abzulehnen, wurden gegenüber dem niederländischen Gesetz erweitert. Die Verteilung der Arbeitsstunden wurde identisch mit der Verringerung geregelt, sodass mit dem deutschen Gesetz hier ein etwas stärkerer Anspruch als durch das niederländische Gesetz geschaffen wurde. Die Verlängerung der Arbeitszeit wurde hingegen deutlich anders geregelt. Sie fand — trotz der mit ihr verbundenen Einschränkungen für Arbeitgeber — nur wenig Beachtung.

Es fehlt eine Regelung zur Verteilung der Arbeitszeit, sodass das allgemeine Direktionsrecht des Arbeitgebers gilt. Auch in der Rechtsprechung hat die Verlängerung der Arbeitszeit noch keine Bedeutung erlangt. Dies wird sich vermutlich noch ändern, wenn der Wechsel zwischen verschiedenen Arbeitszeiten im Laufe einer Erwerbsbiographie üblicher und akzeptierter wird.

Die schwerwiegenden betrieblichen Belange wirken in den Niederlanden etwas stärker als die betrieblichen Gründe in Deutschland. In beiden Ländern müssen die Ablehnungsgründe noch eine qualifizierende Voraussetzung erfüllen.

In den Niederlanden müssen sie zu ernsthaften Problemen und in Deutschland zu einer wesentlichen Beeinträchtigung des Betriebes führen. Die Behauptung einer unternehmerischen Entscheidung ohne weitere Begründung kann auch in Deutschland keinen betrieblichen Grund, der zur Ablehnung des Teilzeitanspruchs berechtigt, darstellen.

Die unternehmerische Freiheit beinhaltet kein Recht, im eigenen Betrieb bestehende Gesetze nicht anzuerkennen. In beiden Ländern haben die meisten Kläger familiäre Verpflichtungen und sind so prinzipiell auf eine schnelle Entscheidung angewiesen.

In den Niederlanden hat sich daher das Eilverfahren als Standard durchgesetzt. In Deutschland bestand zwar im Gegensatz zu den Niederlanden das Bedürfnis, die Fragen im Rahmen des Teilzeitanspruchs durch das Bundesarbeitsgericht klären zu lassen.

Es ist aber nicht zu einer Flut von Klagen gekommen. Dies wird auch daran liegen, dass die meisten Arbeitnehmer eine einvernehmliche Lösung mit dem Arbeitgeber zu finden versuchen, um ihren Arbeitsplatz nicht zu gefährden Däubler , S. Teilzeit- und Verlängerungsansprüche im niederländischen und deutschen Recht 47 In Deutschland wurde bei einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit IAB festgestellt, dass der Teilzeitanspruch im Jahr von Anträge auf Verlängerung der Arbeitszeit gab es so gut wie keine.

Hierbei wurden die Wünsche und die Befürchtungen der Mitglieder erfragt. Danach sei das TzBfG kontraproduktiv. Schon bei der Einstellungspraxis übten die Unternehmen Zurückhaltung, wenn sie ein Teilzeitinteresse befürchteten. Teilzeitarbeit sollte nur aus familiären Gründen möglich sein BT-Ds.

Dabei wäre zur Versachlichung der Debatte eine Evaluation hilfreich. In den Niederlanden ist bereits eine erste Evaluation erfolgt Ergebnisse bei: Ein uneingeschränkter Rechtsanspruch wurde mit dem TzBfG nicht geschaffen, jedoch müssen sich viele Arbeitgeber nun erstmals mit der Frage beschäftigen, ob Teilzeitarbeit in ihrem Betrieb möglich ist. Dass durch die Regelung ein Bumerangeffekt für Frauen geschaffen wurde, lässt sich bisher nicht feststellen.

Ein gewisser Schutz hiervor ist, dass das Gesetz für alle Arbeitnehmer unabhängig von einem Grund gilt. Würde die teilweise geführte Diskussion dazu führen, diesen Anspruch nur aus familiären Gründen zu gewäh- 48 Heike Opitz ren, könnte dies die Folge eines negativen Beschäftigungseffekts für Frauen haben, da insbesondere Frauen Familienarbeit leisten.

Durch die teilweise ideologisch geführte Diskussion wurde der Blick auf andere Probleme verstellt. Die Frage, welche Rolle die Einschränkung spielt, die Verteilung der Arbeitsstunden nach Bedürfnissen des Arbeitgebers festzulegen, und welche Einschränkungen mit dem Recht auf Verlängerung der Arbeitszeit verbunden sind, wurde nur am Rande thematisiert.

Allerdings verdeutlicht dies, dass keine sachliche Diskussion über die Frage der Anpassung der Arbeitszeit geführt wurde. Auch in der Rechtsprechung zeigt sich, dass im Vergleich zu den Niederlanden Teilzeitarbeit in Deutschland unüblich ist und noch viele Vorbehalte gegen Teilzeitarbeit bestehen. Damit kann die Chance für Arbeitnehmer, lediglich durch eine Beratung mit dem Arbeitgeber eine Anpassung der Arbeitszeit zu erreichen, steigen, allerdings können die gerichtlichen Durchsetzungsmöglichkeiten sinken.

Die Streitigkeiten werden sich vermutlich weg von der Frage der Verringerung der Arbeitszeit und hin zu der Frage der Verteilung der Stunden entwickeln. Eine reine Regulierung über den Markt, wie dies teilweise gewünscht und nun auch wieder vom Deutschen Juristentag gefordert wurde, hätte in Deutschland keine positiven Auswirkungen auf die Entwicklung von flexibleren Arbeitsformen.

Die Norm stellt dabei der männliche Vollzeitarbeitnehmer ohne familiäre Pflichten dar. Ohne gesetzliche Regelungen würde der Markt zu spät auf die sich verändernde Gesellschaft reagieren. Erschwerend kommt ein Rückgang der Geburtenanzahl hinzu, der auch auf die fehlende Entwicklung von neuen Formen der Gestaltung von Erwerbs- und Familienarbeit zurückzuführen ist Rürup In den Niederlanden wird schon seit längerem über die Frage eines einheitlichen Levensloopbaanbeleid diskutiert und erste Schritte zu einer einheitlichen Betrachtung der Lebenserwerbstätigkeit getan Burri , 70ff.

Versucht wird, den Wechsel zwischen verschiedenen Arbeitszeiten zu vereinfachen, um den in unterschiedlichen Lebensphasen notwendigen Wechsel von Zeiten der Teil- und Vollerwerbstätigkeit und so auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Es ist zu hoffen, dass auch in Deutschland eine stärkere Diskussion um diese Fragen stattfinden wird. Es sollte geklärt werden, welche Teilzeit- und Verlängerungsansprüche im niederländischen und deutschen Recht 49 Anpassungen der Arbeitsbedingungen im Rahmen einer Gesamtbetrachtung des Lebenslaufs möglich und notwendig sind, um mit den Folgen einer alternden Gesellschaft umzugehen und gleiche Möglichkeiten für Männer und Frauen und bessere Bedingungen für Kinder zu schaffen.

Die befürchteten negativen Folgen, wie etwa ein Nachteil für den Standort Deutschland oder eine Einstellungspraxis, die Frauen wegen des Gesetzes benachteiligt, lassen sich allerdings auch nicht nachweisen. So ist das Gesetz zumindest ein Schritt zu einer Neudefinition der Arbeitsbeziehungen. In Deutschland ist an dem TzBfG ein ideologischer Streit entbrannt, der weniger mit den konkreten Regelungen als mit der grundsätzlichen Be-wertung von Teilzeitarbeit zu tun hat.

Eine nur ideologisch geführte Diskussion, die keine Lösungsvorschläge für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme macht, ist jedoch wenig hilfreich.

Eine reine Beachtung der ökonomischen ohne die gesellschaftlichen Belange wird allerdings kontraproduktiv wirken und langfristig auch den ökonomischen Zielen schaden. Burri, Susanne Denise Tijd delen — Deeltijd, gelijkheid en gender in Europees en nationaalrechtelijk perspectief, Europese Monografieen, Utrecht.

En ze zorgden nog lang en gelukkig — Van deeltijd — naar levensloopbaanbeleid, Nemesis , Nr. Workfamily Policies on Working Time put into Practice.