Fair unterwegs, was heisst das?

 


Die kanadische Regierung hatte ein Ziel von

Was Sie bei uns nicht finden


Damit ich mich in den Ferien richtig wohl fühle, möchte ich sicher sein, dass alle, die zu meinem Ferienerlebnis beitragen, unter anständigen Bedingungen arbeiten. Auch in der Pflege von kulturellen Traditionen oder von Naturlandschaften steckt viel Arbeit, die ich fair entgelten will. Ich respektiere den Lebensraum meiner GastgeberInnen.

Ich bemühe mich, die Umwelt am Urlaubsort nicht unnötig zu belasten und umweltfreundliche Verkehrsmittel zu wählen. Fernreisen mit dem Flugzeug sind für mich Höhepunkte; ich gönne sie mir selten und koste sie dafür länger aus. Sind Sie noch in der Phase Rimini oder schon einen Schritt weiter?

Grün, fair und lokal: Wie halten Sie's auf Reisen? Bei der Vorbereitung, beim Buchen und unterwegs. Hier finden Sie konkrete Tipps dazu.

Sie suchen nach Tipps, was Sie tun können, um auf Reisen und im Alltag möglichst fair und nachhaltig unterwegs zu sein? Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen und Anregungen, wie man persönlich aktiv werden kann. Fair reisen klingt gut. Immer mehr Anbieter und Veranstalter schreiben sich den Begriff auf die Fahne, ohne transparent zu erklären, was genau sich dahinter verbirgt.

Mal sind lediglich ein paar ethische Grundsätze für Reisende gemeint, mal dreht es sich um Freiwilligeneinsätze irgendwo abseits der üblichen Reiserouten, mal nennt sich ein ganzes Hotel "fair", nur weil es seine Waren aus fairem Handel bezieht, obwohl die dortigen Arbeitsbedingungen womöglich alles andere als fair sind. Doch Faire Reisen sind nicht etwas Beliebiges: Sie sind strengen Kriterien zu Löhnen und Arbeitsbedingungen, zur Unternehmensführung und der Verteilung der Gewinne, zu den Handelsbeziehungen sowie zu Menschenrechten und dem Schutz von Kultur und Umwelt unterworfen.

Heute sind Betriebe von Fair Trade Tourism zertifiziert, oder von einer Partnerorganisation, mit der Fair Trade Tourism eine Gegenseitige Anerkennungsvereinbarung unterzeichnet hat.

Jährlich berichten sie dem unabhängigen Zertifizierungsrat über ihre Fortschritte, alle drei Jahre wird nochmals genau vor Ort geprüft, ob der Betrieb das Gütesiegel weiterhin tragen darf. Im Austausch mit zahlreichen Partnern entwickelte Fair Trade Tourism sein Zertifizierungssystem weiter und konnte die ersten Reisearrangements nach Südafrika in der Schweiz auf den Markt bringen.

Sie enthalten mindestens 50 Prozent Fair Trade-zertifizierte Angebote, und es wurde überprüft, dass die Verträge zwischen Hotels, Zulieferern und Reiseveranstalter für alle Beteiligten einen fairen Anteil am Gewinn vorsehen. Fair Trade Tourism hat sein Angebot an zertifizierten Betrieben auf insgesamt acht Destinationen ausgeweitet: Was es jetzt braucht, sind mehr Reisende, die solche Angebote auch nachfragen und buchen, und mehr Reiseveranstalter, die ihren Kunden das besondere Fair Trade Reiseerlebnis nicht vorenthalten wollen.

Mit dem Begriff Fairer Handel oder neudeutsch Fair Trade bezeichnet man eine besondere Wirtschaftsform innerhalb des gegebenen Wirtschaftsrahmens, welche die Förderung von benachteiligten ProduzentInnen aus Entwicklungs- und Schwellenländern zum Ziel hat. Seit den er-Jahren hat der Faire Handel stetig an Bekanntheit und Institutionalisierung gewonnen und bietet somit eine Alternative zum konventionellen, auf niedrigen Produktionskosten und Löhnen basierenden Handel.

Während sich diese Art des Handelns in den ersten Jahrzehnten auf einige wenige Produkte aus der Landwirtschaft konzentrierte, kommen seit den er-Jahren immer mehr Produkte hinzu. Zudem haben fair gehandelte und entsprechend gekennzeichnete Produkte Eingang in grosse Detailhandelsketten gefunden.

Der Faire Handel beruht auf festen Standards, deren strenge Einhaltung von einer unabhängigen Kommission geprüft wird. Dieses garantiert den KonsumentInnen, dass Produkte unter fairen Bedingungen hergestellt und gehandelt werden.

Arbeitszeit, Freizeit und Ferien sind geregelt. Die Preise sind so gestaltet, dass die ProduzentInnen von ihrer Arbeit leben können. Darüber hinaus ermöglicht ihnen eine Fair-Trade-Prämie Investitionen in ihre nachhaltige Entwicklung wie Ausbildungsmassnahmen oder Infrastrukturprojekte.

Durch einen schonenden Umgang mit Ressourcen und die Verbesserung der Abfallentsorgung werden schädliche Auswirkungen auf die Umwelt laufend vermindert. Beobachtungs- und Evaluierungsprozesse messen Fortschritte und fördern laufende Verbesserungen. Die Kundschaft wird laufend über die Handelsstrukturen und die Chancen des Fairen Handels informiert.

Rund zwei Milliarden Menschen auf der Welt müssen, oft trotz härtester Arbeit, mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen. Der konventionelle Handel garantiert ihnen weder ein existenzsicherndes Auskommen noch Entwicklungsmöglichkeiten. Bewusste KonsumentInnen nutzen ihre Kaufkraft, um die Armut weltweit zu vermindern. Der Faire Handel erlebte in den letzten Jahren ein beachtliches Wachstum. Davon profitierten über 1. Über 30' Produkte werden heute in Ländern gehandelt. Damit ist "Max Havelaar Fairtrade" das weltweit bekannteste ethische Gütesiegel.

Zwar macht der Faire Handel immer noch nur einen winzigen Teil des Welthandels aus, doch er wächst stetig und umfasst immer weitere Güter und Dienstleistungen. Immer mehr Reisende wollen nachhaltig unterwegs sein, also die Natur schonen und sich gegenüber Einheimischen und Tourismusangestellten fair verhalten. Aber die Ausschreibungen sagen meist wenig aus über die Nachhaltigkeit eines Angebots. Und bei mittlerweile über hundert Gütesiegel im Tourismusbereich weltweit ist es schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Deshalb empfehlen wir den "Wegweiser durch den Labeldschungel" als Orientierungshilfe. Gütesiegel, neudeutsch Labels genannt, in Form grüner Blätter, leuchtender Sonnen, blauer Fahnen oder fröhlicher Schildkröten stehen für alles Mögliche: Ausgezeichnet werden Unterkünfte, Reiseanbieter, Strände, Naturschutzgebiete oder gleich ganze Regionen.

Einige dieser Labels kommen nur in einen Land oder einem Kontinent zur Anwendung, andere weltweit. Erklärungen über die Leistung, für die das Label steht, die angewandten Kriterien oder über die Organisation dahinter fehlen meist. Gütesiegel sollen Massnahmen zugunsten von Mensch und Natur auszeichnen, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.

Je umfassender ein Label ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Anliegen der gastgebenden Bevölkerung berücksichtigt, desto mehr trägt es zur nachhaltigen Entwicklung bei. Besonders in Entwicklungsländern sind jene Labels zu beachten, die faire Arbeitsbedingungen, die Einhaltung der Menschenrechte sowie die Stärkung der lokalen Wirtschaft und den Erhalt des kulturellen Erbes sicherstellen.

Im Umweltbereich werden vor allem Massnahmen zur Energie- und Wassereinsparung, Abfallvermeidung, Ressourcenschonung und zur Erhaltung der Natur ausgezeichnet. Wirklich glaubwürdig ist ein Label dann, wenn die Zertifizierungskriterien offengelegt werden und eine unabhängige Stelle deren Einhaltung überprüft.

Vier tourismuskritische Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bieten mit ihrem gemeinsam herausgegebenen "Wegweiser durch den Labeldschungel" eine willkommene Orientierungshilfe. Darin werden zwanzig Gütesiegel vorgestellt, die dazu beitragen, die ökologischen Belastungen des Tourismus zu verringern und den Nutzen für Land und Leute zu erhöhen. Dieser Wegweiser macht es so einfach wie noch nie, ein gutes Angebot zu finden.

Fragen Sie im Reisebüro nach Angeboten, die mit einem der Gütesiegel ausgezeichnet sind, oder suchen Sie selber im Internet danach. Trinkgeld ist eine seltsame Geschichte und bedarf grosser Sorgfalt. An manchen Orten ist es Pflicht und wird sogar von offizieller Seite als Bestandteil des Lohnes gerechnet; den einen gilt es als nette Geste der Anerkennung, anderen als Affront.

Für viele Angestellte im Gastgewerbe ist es zwar eine willkommene Aufbesserung ihres spärlichen Einkommens, gleichzeitig zementiert das Trinkgeldgeben die ungerechten Arbeitsbedingungen weiter.

Zudem bekommen meist nicht alle was davon ab. Es gilt also genau hinzuschauen und sich stets gut zu erkundigen, was wo üblich ist und wer davon profitiert. Während die Höhe des Lohnes von Angestellten im US-amerikanischen Gastgewerbe massiv vom Trinkgeld abhängt, ist an vielen anderen Orten der Welt der kleine Obolus eher eine freiwillige Angelegenheit und in gewissen Regionen gar unüblich.

Um die vor Ort üblichen Summen für Trinkgelder herauszubekommen, konsultieren Sie am besten einen guten Reiseführer, die Reiseleitung, die Hotelrezeption oder direkt das Personal selbst. Auch unabhängige Websites wie tippingaroundtheworld. Wichtig ist, Trinkgeld mit Respekt und auf Augenhöhe zu geben. Trinkgeld ist nicht dazu da, den eigenen Wohlstand zu präsentieren oder das Gegenüber väterlich zu belohnen.

Trinkgeld ist das Dankeschön für diejenigen, die Ihnen mit ihrer Arbeit persönlich einen Dienst erwiesen haben — vom Taxifahrer über die Kofferträgerin, den Bartender bis hin zum Spa Personal und den Reinigungskräften. Dies gilt übrigens auch für Dienste, die man Ihnen im Alltag zuhause bietet. Zum Anstand beim Trinkgeldgeben gehört im Übrigen auch, keine grossen Scheine von mittellosem Personal wechseln zu lassen.

Studien haben zudem gezeigt, dass die Höhe der Gabe weniger von der Qualität des Services als von der Freundlichkeit und Attraktivität des Personals sowie der Geberlaune des Kunden abhängt.

Hiervon gilt es sich freizumachen. Denn jeder Arbeitende, der Ihnen das Ferienerlebnis versüsst, hat dafür eine angemessene Entlohnung verdient, unabhängig von Sympathien oder Äusserlichkeiten. Auch und gerade unsichtbares Personal wie Putzequipen und Tellerwäscher haben eine Aufbesserung ihres geringen Einkommens nötig. Hierfür sollten jedoch nicht die Reisenden zuständig sein, sondern die jeweiligen ArbeitgeberInnen.

Das System des Trinkgeldgebens verleitet die Tourismusunternehmen nämlich dazu, auf die Extras der TouristInnen zu setzen, statt ihre ArbeiterInnen fair zu entlöhnen. Deshalb als Reisende kein Trinkgeld zu geben, ändert allerdings nicht automatisch die ungerechten Arbeitsbedingungen, unter denen viele Angestellte im Gastgewerbe leiden.

Im Gegenteil, es verschärft ihre Lage noch zusätzlich. Statt sich also zu ärgern, werden Sie besser aktiv und setzen sich für die Durchsetzung gerechter Arbeitsbedingungen und fairer Löhne ein.

Daher liegen Sie meist auch bei zertifizierten Unternehmen mit einem Extra für das Servicepersonal richtig. In den Ferien macht das Einkaufen doppelt Spass: Die Produkte sind exotisch, die Preise oft günstig. Der Kauf von Souvenirs kann den lokalen Markt sowie das lokale Handwerk unterstützen und Einheimischen zu einem Einkommen verhelfen.

Doch dabei gilt es, internationale Abkommen zu Artenschutz, Biodiversität, Schutz vor Kulturgüterraub und Markenschutz zu beachten. Wer darauf Rücksicht nimmt und sicher durch den Zoll kommen will, kauft mit Bedacht. Wer einen solchen Gegenstand erwirbt, muss darauf achten, dass es sich nicht um Hehlerware oder illegal ausgegrabene Objekte handelt. Seriöse Händler stellen eine Bestätigung aus, dass der erworbene Gegenstand ausgeführt werden darf.

Verlangen Sie deshalb immer eine Bescheinigung der Herkunft des Objektes. So können Sie einigermassen sicher sein, es rechtmässig erworben zu haben und erfahren so auch mehr über den Gegenstand selbst. Nützliche Indikatoren für einen legalen Kauf sind der Zustand des Objekts, der Verkaufsort und ein vernünftiger Preis. Im Zweifelsfall sollte das Objekt bei der Zollkontrolle angemeldet werden, um unangenehme Konsequenzen zu vermeiden. Das Abkommen schützt gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten und verhindert auch die Einfuhr von Trägern gefährlicher Schadorganismen.

Wer mit solchen Produkten handelt oder sie illegal durch den Zoll bringt, macht sich strafbar und riskiert eine Busse von bis zu ' Franken. Tabu sind nicht nur die lebenden Tiere oder Wildpflanzen wie Orchideen und Kakteen, sondern beispielsweise auch Schildkrötenpanzer, Elfenbein, Walknochen und Wildkatzenfelle oder Tropenholz wie Palisander.

Traditionelle Medizin enthält häufig Bestandteile bedrohter Wildtiere oder Pflanzen und gehört daher ebenfalls nicht ins Reisegepäck. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall genau nach den Inhaltsstoffen.

Es lohnt sich, eine allfällige Bewilligungspflicht schon beim Kauf abzuklären. Im Zweifelsfall melden Sie die Ware beim Zoll angemeldet. Denn wer sie von sich aus deklariert, hat keine Strafe zu befürchten.

Schlimmstenfalls wird das Mitbringsel einbehalten. Durch die Einfuhr von Fleisch können Krankheiten und Seuchen eingeschleppt werden. Nur aus EU-Ländern und Norwegen dürfen Waren tierischer Herkunft zum privaten Gebrauch ohne Kontrolle durch den Grenztierarzt eingeführt werden, während die Einfuhr von Waren tierischer Herkunft aus andern Ländern grundsätzlich verboten ist.

Gefälschte Produkte schaden der Wirtschaft und gefährden Arbeitsplätze. Oft stehen mafiöse Organisationen hinter dem Verkauf solcher Fälschungen. Zudem werden viele Billigprodukte unter haarsträubenden Bedingungen hergestellt, fernab von Sozial- oder Umweltstandards. Wer mit Fälschungen handelt, riskiert eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren sowie eine Geldstrafe. Aber auch der Erwerb gefälschter Produkte für den Privatgebrauch ist verboten.

Seit werden sie am Zoll eingezogen. Reisende erkennen Fälschungen zum Beispiel am auffällig niedrigen Preis für ein normalerweise teures Markenprodukt.

Weitere Hinweise sind der Verkaufsort — häufig werden Fälschungen von Strassenhändlern angeboten — sowie das Fehlen von Originalverpackung, Gebrauchsanweisung und Garantieschein. Vorsicht ist auch beim Kauf übers Internet geboten.

Wir alle haben eine persönliche Strategie entwickelt, wie wir zuhause auf der Strasse mit BettlerInnen umgehen. Dabei gibt es wenige klare Regeln zu beachten: Wir wissen nicht, warum der Mensch uns gegenüber um Geld oder Sachspenden bittet oder auf der Strasse gelandet ist.

Wem das Spenden kleiner Geldbeträge an Individuen auf der Strasse gerade nicht angenehm ist, spendet ein Lächeln oder ein paar nette Worte. Unterstützen Sie lokale Nichtregierungsorganisationen, die sich für Bedürftige einsetzen. Dasselbe gilt auch im Ausland. Gerade in Ländern mit schwachen oder inexistenten Sozialsystemen sind noch mehr Menschen auf direkte Hilfe von anderen angewiesen.

Betteln ist deshalb für viele die einzige Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Oft verhindert auf Reisen die Sprach- und Kulturbarriere, dass wir unser Gegenüber direkt verbal ansprechen können. Und da wir unser Reiseland meist weniger gut kennen als unser Zuhause, können wir hier noch seltener beurteilen, wie und warum jemand zum Betteln gezwungen ist.

Gleichzeitig befinden wir uns als verhältnismässig wohlhabende, gebildete und in der Mehrheit der Fälle weisse Reisende den Bettelnden gegenüber in einer mehrfach privilegierten Lage: Wir haben es uns freiwillig ausgesucht hier zu sein und wir können jederzeit wieder gehen. Wenn wir uns also die Frage stellen, was und wem wir etwas geben wollen, kann es ratsam sein, sich an den Einheimischen zu orientieren. Beispielsweise gehört in vielen Religionen das Almosengeben zu einer festen Institution.

BettlerInnen finden sich daher häufig in der Nähe religiöser Einrichtungen, wo sie von der einheimischen Bevölkerung toleriert, gern gesehen und mit Spenden bedacht werden. Immer ein bisschen Kleingeld in der Tasche zu haben, kann also nicht schaden. Weniger ratsam ist, das ganze Portemonnaie zu zücken. Dies kann Begehrlichkeiten wecken und im Einzelfall auch als unangemessen oder unangenehm empfunden werden.

Besonders schwierig ist der Umgang mit bettelnden Kindern. Kindern und Eltern würde so vermittelt, es sei lohnender, die Kinder zum Betteln auf die Strasse zu schicken, anstatt ihnen eine Schulbildung zukommen zu lassen — ein Teufelskreis aus fehlender Bildung und Armut entstünde.

Obwohl diese Argumentation nicht falsch ist, greift sie jedoch etwas zu kurz: Schliesslich führt der Verlust eines Bettelverdienstes nicht automatisch zum Schulbesuch. Mancherorts können sich die Eltern schlicht das Schulgeld, die erforderliche Uniform oder die Materialkosten nicht leisten, anderenorts verbietet der Staat bestimmten Bevölkerungsgruppen wie beispielsweise illegalen Einwanderern den Schulbesuch.

Bettelnde Kinder landen also nicht automatisch in der Schule, sobald sie kein Geld mehr von Reisenden erhalten. Damit kein Kind zum Betteln gezwungen ist, bedarf es grösserer Anstrengungen, die auf lokaler und internationaler Ebene ernsthaften politischen Willen zur Armutsbekämpfung und zum Schutz der Menschenrechte voraussetzen, den Sie als Reisende schon bei der Buchung mit beeinflussen können: Achten Sie darauf, dass Ihr Reiseveranstalter und sämtliche Anbieter vor Ort die Rechte von Kindern schützen und ihre Angestellten fair entlöhnen, so dass diese sich den Schulbesuch ihrer Kinder leisten und entsprechend dafür einsetzen können.

Kein Kind sucht es sich aus, seinen Unterhalt bettelnd auf der Strasse zu erwirtschaften. Bettelnde Kinder sind in multiplen Abhängigkeiten gefangen und können meist nicht selbst entscheiden. Ein Kind, welches auf diese Weise für seinen Lebensunterhalt arbeitet, verdient deshalb in erster Linie Respekt und aufrichtiges Interesse. Erkundigen Sie sich vor der Reise nach lokalen Organisationen, die sich für Bedürftige und speziell Kinder einsetzen. Möglicherweise hilft eine gezielte Spende an eine entsprechende Organisation mehr als ein paar verteilte Münzen.

Vor Ort erworbene Sachspenden können zudem eine Alternative zu Geld darstellen. Besser überlässt man solcherlei Material Organisationen oder Einrichtungen, die sich mit den Gegebenheiten im Land besser auskennen. In der Regel gilt: Je mehr einheimische Angebote Sie berücksichtigen, desto grösser ist die Chance, dass Ihre Ferienausgaben auch wirklich am Tourismusort bleiben und der breiten Bevölkerung zugute kommen.

Im Durchschnitt verbleibt — so hat die Weltbank errechnet — weniger als die Hälfte der Einnahmen aus dem Tourismus im Gastland. Gerade internationale Ferienanlagen der gehobenen Klasse kaufen Baumaterial und Einrichtung oft im Ausland, bewirten ihre Gäste mit importierten Speisen und Getränken, beschäftigen ausländische Kader und Subunternehmer, die ihre Löhne nach Hause tragen und ihre Gewinne an anderen Orten reinvestieren.

Immer beliebter sind heute sogenannte "all inclusive"-Angebote, bei denen Verpflegung, Drinks, sportliche Aktivitäten und oft auch Ausflüge im Preis inbegriffen sind.

Ihnen fehlen die Kunden. Gleichzeitig beschert der Tourismus den Einheimischen höhere Lebenshaltungskosten und die Verknappung kostbarer Ressourcen wie Wasser. Fortschrittliche HotelmanagerInnen haben das Problem erkannt und bemühen sich um eine Einbindung der lokalen Wirtschaft und eine nachhaltigere Bewirtschaftung ihrer Anlagen: So können auch sogenannte "Massentourismus-Angebote" durchaus dazu beitragen, dass die gastgebende Bevölkerung vom Tourismus profitiert.

Das Zeitalter der Postkarten scheint vorbei: Die Bilder erinnern an schöne Momente, dienen aber auch als Beweis und Statussymbol für die gemachte Reise. Davon können aber die Rechte oder Interessen der Fotografierten betroffen sein.

Fragen Sie Sich beim Ablichten von anderen Menschen: So befreien Sie das "Motiv" aus seiner passiven Rolle und räumen ihm Mitspracherecht ein. Heimlich um Häuserecken herum und in Privaträume hinein zu fotografieren, ist unfair und zu unterlassen. Begegnen Sie auch Mitreisenden aus dem eigenen kulturellen Kontext respektvoll. Niemand möchte gern ungefragt verewigt werden, auch nicht beim Entspannen im Urlaub. Dies gilt selbstverständlich auch für ReiseveranstalterInnen oder HotelbesitzerInnen: KundInnen dürfen nicht ohne ihr Einverständnis als Werbemotive missbraucht werden, auch nicht im rechtlichen Graubereich der Social Media.

Das Recht auf das eigene Bild ist in vielen Ländern auch gesetzlich geschützt. Viele Menschen haben keinerlei Vorstellung davon, welche Wege ein Foto nehmen kann, für das sie ihr Einverständnis gegeben haben.

Auch können Sie selbst als FotografIn nicht immer sicherstellen, dass ein Bild — steht es erst einmal online im Internet — nicht an einem unpassenden Ort wieder auftaucht. Tabuisierte Orte wie religiöse Stätten und Riten, Frauenrückzugsräume oder auch politische Proteste sind gern fotografierte Motive, bergen aber für die Abgebildeten je nach Kontext grosse Gefahr.

Denn auch staatliche Institutionen und soziale wie religiöse Netzwerke nutzen das Internet und die Social Media, unter anderem um Kontrolle und Macht auszuüben. Vorsicht ist ausserdem beim Fotografieren von Militäranlagen oder -personal geboten, dies ist in vielen Ländern verboten und kann unsanft verfolgt werden. Manche Menschen in Touristenzentren verdienen ihren Lebensunterhalt als Fotomotiv, gelegentlich werden auch Tiere als solche angeboten. Erkundigen Sie sich nach den lokal üblichen Preisen.

Tierquälerei Affen an der Leine, Schlangenbeschwörungen oder Tanzbärshows sollten Sie nicht unterstützen, indem sie ihr durch weitere Fotos zusätzlich Aufmerksamkeit verschaffen. Enthalten Sie sich aber eines vorschnellen Urteils; wir wissen meist wenig über die Lebensumstände der betroffenen Menschen und deren Motive.

Der Kinderschutz, der in unserem Kulturraum gilt, sollten Sie auch den Kindern auf ihren Reisen gewähren: Fotografieren sie keine Kinder ohne ihre Erlaubnis und die der Eltern.

Bilder, die einmal im Internet sind, können missbraucht werden und lassen sich nicht wieder zurückholen. Kinder sollten darüber hinaus niemals mit Geld oder Geschenken fürs Fotografieren entlohnt werden, da dies im Extremfall zum Abbruch der Schule und zu einer wenig versprechenden Karriere als touristisches Fotomotiv führen kann. Tiere und Naturszenerien sollten Sie nur dann fotografieren, wenn Sie dabei nichts zerstören, Tiere und Pflanze keiner Gefahr aussetzen oder ihnen Stress verursachen: Sie sollten beispielsweise nicht scheinbar häufig vorkommende und daher uninteressante Pflanzen achtlos zertrampeln, um eine seltene Blume aufzunehmen.

Tiere in freier Wildbahn aufzuscheuchen, um ein gutes Foto zu bekommen, ist ebenfalls tabu, so wie auch das Heranpirschen an Nester oder sonstige Rückzugsorte. Überlassen Sie das Fotografieren solch heikler Motive erfahrenen SpezialistInnen, die sich mit den Tieren und ihren Bedürfnissen gut auskennen.

Besonders wichtig für den Schutz bedrohter Tierarten ist zudem, dass Sie keinerlei Fotos mit Ortsangaben oftmals versteckt in den technischen Daten von Digitalkameras im Internet veröffentlichen.

Zahlreiche Naturschutzparks bitten sogar darum, vor dem Betreten des Geländes die sogenannten Ortungsdienste in Telefon und Kamera abzustellen, damit keine Informationen zum Aufenthaltsort seltener Tiere an Wilderer geraten. Nicht allen ist wohl dabei.

Manche Reisende fühlen sich als Gaffer, manche Slumbewohner ausgenutzt und blossgestellt. Die Veranstalter machen geltend, sie möchten die Vorurteile der BesucherInnen gegenüber armen Menschen überwinden helfen. Unter welchen Umständen sind solche Besuche vertretbar oder sogar hilfreich, was gilt es zu vermeiden?

Nicht zu empfehlen sind Rundfahrten oder -gänge, auf denen die dort wohnenden Menschen wie touristische Attraktionen besichtigt werden. Die Reisenden tauchen kurz in eine für sie "exotische" Lebensrealität ein und knipsen "authentische" Fotos, wollen aber nichts von den Betroffenen selber hören. Wer so reist, nimmt die Menschen weder wahr noch ernst. Arme sind nicht einfach ein Volk mit einer anderen Kultur.

Ihre Armut hat eine Geschichte, hat politische, menschenrechtliche und andere Ursachen. Es gibt jedoch Angebote, die Brücken schlagen zwischen den Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, und den meist gesellschaftlich gut etablierten Reisenden. So erzählen obdachlose Tourguides bei "sozialen Stadtrundgängen" in Basel und Zürich, warum sie ihre Unterkunft verloren haben, wie sie ihr Leben bestreiten und wonach sie streben.

Als Tourguides erhalten sie einen Lohn. Die Verdienstmöglichkeit, die Tagesstruktur und das Interesse an ihrer Lebenssituation schaffen Selbstvertrauen. Die TeilnehmerInnen solcher Rundgänge hören beeindruckende Geschichten und erfahren, wie klein der Schritt vom "normalen Leben" in die Armut sein kann. In Dharavi Indien , das durch den Film "Slumdog Millionaire" berühmt geworden ist, hat der Veranstalter eine Organisation gegründet, die 80 Prozent des Gewinns aus ihren Rundgängen für die Verbesserung der Lebenssituation der SlumbewohnerInnen verwendet.

Der Rundgang ist mit den Betroffenen im Besichtigungsgebiet genau abgesprochen. Das ist auch aus Sicherheitsgründen wichtig. Die OrganisatorInnen und insbesondere die Tourguides kennen den Ort sehr gut, sind mit ihm verbunden und haben viele Kontakte.

Eventuell kommen sie selber aus bescheidenen Verhältnissen und wissen, was gewisse Verhaltensweisen der Reisenden auslösen können. Mit ihren Kenntnissen über die Hintergründe der Armut vermögen sie Vorurteile auszuräumen. Die Tourguides sind ausgebildet und können mit unpassendem Verhalten oder Reaktionen von TeilnehmerInnen der Rundgänge umgehen. Für die Tour gibt es klare Regeln, die mit den Kontaktpersonen oder den Autoritäten vor Ort abgesprochen sind.

Die Gruppengrösse ist möglicherweise beschränkt und die BesucherInnen müssen sich an die Route halten. Eventuell dürfen sie nicht alle Personen befragen. Anklagende oder blossstellende Fragen sind selbstverständlich untersagt. Es wird transparent ausgewiesen, was die Tour kostet und wer wie viel von den Einnahmen bekommt.

Die Anstellungsbedingungen für die Tourguides und die Bezahlung von Auskunftspersonen und Dienstleistern vor Ort sind fair und klar geregelt. Einige Veranstalter gründen eigene Organisationen, die mit dem Gewinn Projekte realisieren, um die Lebenssituation der Armutsbetroffenen zu verbessern. Zuhause wissen wir, welche Begrüssung sich gehört, welche Kleidung angebracht ist und welche Gesprächsthemen oder Gesten tabu sind.

Das gibt uns Sicherheit und das Wissen dazuzugehören. Stossen wir auf andere Verhaltensweisen, reagieren wir verunsichert und gestresst. Damit Sie Begegnungen auch während der Ferien im Ausland geniessen und Fettnäpfchen vermeiden können, sollten Sie die nachfolgenden Regeln beachten.

Wie müssen Sie sich kleiden? Wo dürfen Sie fotografieren, wo nicht? Welches sind die wichtigsten Umgangsformen und Sitten beim Essen? Wo gehört Feilschen zum guten Ton? Welche paar Sätze oder Worte in der lokalen Sprache sind hilfreich?

Lesen Sie einen qualitativ guten Reiseführer, der Ihnen nicht nur die Sitten und Gebräuche eines Landes erklärt, sondern auch deren Hintergründe: Wer darf wem wann die Hand geben und wo unterlässt man dies besser?

Gewisse Werte wie Gleichberechtigung von Mann und Frau, religiöse Freiheit, Bewegungs- und Meinungsfreiheit und Menschenrechte sind vielen von uns wichtig. Es ist daher ratsam, sich schon vor der Reise zu überlegen, an welchen Werten wir im Gastland festhalten können und wollen und welche wir während der Ferien zurückstellen, damit wir offen sind für neue Erfahrungen und anderen nicht unsere Weltsicht aufdrängen.

Das schützt vor dem Fettnäpfchen der Selbstgerechtigkeit. Nicht selten werden aber eigene ethische und kulturelle Werte in den Ferien vergessen.

Ferien sind eine Ausnahmesituation, eine Pause vom Alltag. Sie können zu einem Verhalten verleiten, das Sie sich in Ihrer Heimat nicht erlauben würden. So vermeiden Sie, über die Stränge zu hauen und dies später zu bereuen.

Bedenken Sie, dass Sie zwar aus Ihrem Alltag austreten, später aber mit gutem Gewissen wieder zurückkehren möchten. Beachten Sie auch, dass die Lokalbevölkerung keine Ferien hat und Sie in Ihrem Alltag wohl auch nicht übermässig durch Touristen gestört werden möchten. Sie gehören zu den fünf bis acht Prozent der Privilegierten dieser Welt, die sich Auslandferien leisten und sich von neuen Eindrücken inspirieren lassen können. Zwischen Ihnen und den Reiseleitern, Taxifahrern, Zimmerfrauen und Souvenirverkäuferinnen, die sich eine solche Reise nicht leisten können, besteht daher ein Machtgefälle.

Noch extremer ist der Unterschied zu denjenigen, die für den Bau touristischer Infrastrukturen von ihrem Land vertrieben wurden. Reduzieren Sie aber das Land auch nicht auf seine Armut und Schönheit — versuchen Sie etwas von den Über- Lebensstrategien der Lokalbevölkerung mitzubekommen.

So vermeiden Sie die Fettnäpfchen Hochmut und Gleichgültigkeit. Wir leben in einem relativ sicheren Land und sind es gewohnt, uns frei bewegen zu können. Daher fällt es uns nicht immer leicht, die Sicherheitsrisiken in einem Reisegebiet richtig einzuschätzen.

Hilfreich sind weder blinde Offenheit noch Hysterie. Fragen Sie vor Ort, wo Sie eventuell vorsichtig sein müssen und mischen Sie sich lieber nicht in Konfliktsituationen ein. In anderen Ländern nimmt die Religion oft eine wichtigere Rolle im Alltag ein als bei uns. Umso wichtiger ist es, sich als TouristIn beim Besuch von religiösen Einrichtungen angemessen zu verhalten und die Traditionen der einheimischen Bevölkerung zu achten. Bedenken Sie, dass Sie sich an einem heiligen Ort befinden.

Tragen Sie sittsame Kleidung und verhalten Sie sich dem Ort und den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung entsprechend. Dies beinhaltet neben dem Bedecken von Schultern und Knien auch: Frauen sollten nicht in nur Moscheen, sondern auch in den Ostkirchen ein Kopftuch tragen. Laute Diskussionen und Gelächter sowie mit dem Finger auf Dinge zu zeigen, kann als unangebracht empfunden werden.

Erkundigen Sie sich, ob fotografieren erlaubt ist. Betende und oft auch Frauen sollten nicht ungefragt abgelichtet werden. Mancherorts sind die Eingänge zum Beispiel von Moscheen oder orthodoxen Synagogen für Frauen und Männer getrennt, in einigen Ländern und an bestimmten Heiligtümern gibt es geschlechtsspezifische und religiöse Zutrittsbeschränkungen. Während religiöser Riten ist besondere Rücksicht geboten. Ist der Zutritt für TouristInnen zur Gebetszeit nicht erlaubt, gilt dies zu respektieren.

Erkundigen Sie sich rechtzeitig nach den jeweiligen Regeln vor Ort. Niemand erwartet, dass Sie als Besucher alle Regeln perfekt beherrschen, aber achten Sie darauf, dass Sie nicht stören. Es kann sein, dass eine oder sogar mehrere Spenden, die verschiedene Bedeutungen haben, als Pflicht angesehen werden.

Auch kann es üblich sein, Bettlern rund um das Heiligtum etwas Geld zu geben. Auch hier sollten Sie sich vor Ort informieren, was als angemessen gilt. Bedenken Sie, dass religiöse Gebäude kein Konsumgut, sondern heilige Stätten sind.

Wenn Sie sich über die genauen Vorschriften im bereisten Land und deren Begründungen informieren, fördert dies das Verständnis für die andere Kultur. Ein guter Reiseführer gibt einen Einblick in die andere Kultur und die jeweiligen Praktiken.

Eine der grössten Errungenschaften der Neuzeit sind die Menschenrechte. Sie sind dazu da, die Würde des Menschen gegen Willkür von Staat und Unternehmen zu schützen, sie gelten für jede Person von Geburt an unabhängig von ihrer Herkunft. Zu den Menschenrechten gehört etwa das Recht, sich innerhalb seines Landes frei zu bewegen, sich niederzulassen und aus einem anderen Land zurückzukehren.

Doch auch faire und gerechte Löhne und Arbeitsbedingungen sowie der Schutz von Mutterschaft und Familie sind hierin verbrieft, ebenso wie das Recht auf Wasser, auf eine gesunde Umwelt und auf eine selbstbestimmte Entwicklung. Wenn in Südafrika ein Hotel seinen Angestellten ein Stück Land für den Anbau ihres Gemüses zur Verfügung stellt, sie weiterbildet, um ihnen eine Karriere zu ermöglichen und für sie und ihre Familien einen Gesundheitsdienst und eine Schule zur Verfügung stellt, engagiert es sich damit für die Menschenrechte.

Wenn aber auf Bali die Hotels und Golfplätze so viel Wasser verbrauchen, dass den Reisbauern für die Bewässerung nichts übrigbleibt, verletzt die Tourismusbranche Menschenrechte.

Ebenso wenn in gewissen Destinationen in Mexiko der Kindersextourismus angeheizt wird. Desgleichen werden Menschenrechte missachtet, wenn in Hotels, Wäschereien, Agenturen für Porter und Guides sowie anderen touristischen Unternehmen die Angestellten unwürdig behandelt und mies entlöhnt werden. Auch die Menschenrechte der UrlauberInnen werden im Tourismus manchmal verletzt: Fälle von sexuellen Übergriffen auf reisende Frauen und Kinder häufen sich, immer wieder gibt es Berichte von Menschen mit Behinderung, denen der Transport verweigert wird.

Hauptverantwortlich für die Gewährung und Einhaltung der Menschenrechte sind die Regierungen. Unternehmen und jede einzelne Person müssen die Menschenrechte jedoch ebenso respektieren und Verantwortung übernehmen, wenn durch ihre Handlungen Menschenrechte verletzt wurden.

Wenn Reiseveranstalter Destinationen in Ländern mit Menschenrechtsverletzungen anbieten, müssen sie besonders Sorge tragen, dass sie sich nicht zu Komplizen machen und selber Menschenrechte verletzen, weil die betreffende Regierung die Bürger des Landes zu wenig schützt. Diese Sorgfaltspflicht wurde vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen definiert.

Rund zwei Millionen Kinder sind jährlich weltweit von kommerzieller sexueller Ausbeutung betroffen.

Sex mit Minderjährigen ist nicht nur bei uns, sondern überall auf der Welt ein Verbrechen. Mädchen und Buben erleiden dadurch schwerwiegende gesundheitliche, psychische und soziale Schäden, an denen sie ihr Leben lang leiden. Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen durch Prostitution, Pornografie und Kinderhandel heisst, die Menschenwürde von Kindern mit Füssen zu treten.

Trotz Gesetzen, die sich dem Schutz der Kinder verpflichten, bleiben viele sexuelle Übergriffe an Minderjährigen in Feriendestinationen ungeahndet. Die Anonymität im fernen Land, mangelnde soziale Kontrolle und der kurze Aufenthalt am Ort des Verbrechens schützen die Täter und gefährden gleichzeitig die Kinder. Kindersextourismus ist nicht unsichtbar. Oft findet er in aller Öffentlichkeit, in Hotels, Bars oder am Strand statt, aber niemand kümmert sich darum.

Wenn Sie Zeugin oder Zeuge eines solchen Übergriffs werden, sammeln Sie all ihre Zivilcourage zusammen und schauen Sie hin und nicht weg. Sie können dazu beitragen, dass die Kinder und ihre sexuelle Integrität in Zukunft besser geschützt werden.

Auch eine entsprechende Meldestelle in Ihrem Heimatland geht einer solchen Meldung nach. Vielleicht haben Sie beobachtet, dass ein Tourist abends mit einem einheimischen Kind im Zimmer verschwunden ist oder in einer Bar nur mit lokalen Minderjährigen verkehrt.

Wenn es Hinweise dafür gibt, dass es sich beim mutmasslichen Täter um eine in der Schweiz, in Deutschland oder in Österreich wohnhafte Person handelt, sind Ihre Beobachtungen auch für die Behörden dieser Länder sehr wichtig. Die zuständigen Behörden werden dann die erforderlichen Massnahmen einleiten.

Die drei Länder Deutschland, Österreich und Schweiz schlossen sich im Jahr für eine länderübergreifende, koordinierte und visuell abgestimmte Kampagne im deutschsprachigen Raum zusammen. In dieser Kampagne engagieren sich Politik, Reisebranche und Zivilgesellschaft gemeinsam. Kooperationspartner sind neben den jeweiligen Familien-, Justiz und Wirtschaftsministerien aus den drei Ländern Nichtregierungsorganisationen sowie die Tourismusunternehmen, vertreten durch die nationalen Reiseverbände sowie grössere Branchenvertreter.

Damit zeigen Sie, dass Ihnen ein derartiges Engagement wichtig ist und Sie verantwortungsvoll reisen wollen. Projektbesuche werden immer beliebter. Im Regenwald, bei der Beobachtung von Walen oder im Schildkrötenzuchtgebiet lässt sich hautnah miterleben, wie Umweltfachleute bedrohte Tiere und Pflanzen schützen. Wer mit eigenen Augen sieht, wie Kinder in Waisenhäusern betreut oder Schulen gebaut werden, kann die Arbeit karitativer Einrichtungen besser nachvollziehen. Entwicklungs- und Umweltorganisationen bieten solche Besuche an, weil sie den Reisenden neue Einsichten vermitteln und zur Sensibilisierung für die Anliegen der Entwicklungszusammenarbeit und des Umweltschutzes beitragen können.

Die Mitarbeitenden vieler Entwicklungsprojekte freuen sich über die Besuche und das Interesse aus dem Ausland. Andere dagegen fühlen sich in ihrer Alltagsarbeit gestört und haben keine Zeit, die Gäste zu betreuen. Manchmal werden sie im Vorfeld ungenügend über den kommenden Besuch informiert oder die Erwartungen der Reiseveranstalter und Geldgeber bezüglich Leistung und Abgeltung sind zu wenig transparent.

Auch die Motive der Besucherinnen und Besucher sind nicht immer klar. Zuweilen geht es ihnen auch um Kontrolle: Sie wollen wissen, was mit ihren Spendengeldern geschieht. So verständlich das Bedürfnis ist, so wenig ist es sinnvoll: Diese Kontrolle sollte man besser anerkannten und qualifizierten Überprüfungsstellen überlassen. Gewisse Vorzeige-Entwicklungsprojekte verzeichnen einen solchen Andrang von BesucherInnen, dass sie sich extra mit Unterkünften und anderen Infrastrukturausbauten einrichten müssen.

Einerseits bieten die Besuche also eine Chance für neue Einnahmequellen durch den Tourismus. Andererseits besteht das Risiko, dass lediglich mehr Belastung für die GastgeberInnen entsteht und falsche Hoffnungen geschürt werden.

Denn wo bisher weder die nötige Infrastruktur existiert, noch das Personal entsprechend ausgebildet ist, fällt es Projektmitarbeitenden schwer, Gäste adäquat zu betreuen und weitere Einnahmequellen wie den Verkauf von Souvenirs zu erschliessen.

Die Reise selbst wird auch nicht einfach dadurch sozialverträglich — und schon gar nicht umweltgerecht —, dass Entwicklungs- oder Umweltprojekte besucht werden. Der Besuch darf nicht zum Feigenblatt für ungehemmte Reiselust werden. Immer mehr Reisende möchten während ihrer Ferien Gutes tun. Wo früher Entwicklungs- oder Hilfsorganisationen, Naturschutzverbände oder Missionswerke selbst gezielt Freiwillige für Einsätze in ihren Projekten warben, konkurrieren sie heute immer öfter mit Reiseveranstaltern und gewerbsmässigen Vermittlungsagenturen um die Hilfswilligen.

Im Vordergrund steht dabei jedoch häufig das Geschäft und weniger die Arbeit, um die es in den Projekten geht. Das birgt verschiedene Gefahren: Oft fehlt es an einem gleichberechtigten Austausch mit der gastgebenden Bevölkerung darüber, was wirklich gebraucht wird und wer wie lange für welchen Zweck kommen darf. Gleichzeitig werden die sogenannten Voluntouristen nicht mehr so genau geprüft: Schliesslich sind sie ja die Kunden.

Schlimmstenfalls werden so Pädokriminelle in Kinderheime vermittelt oder schlecht vorbereitete und unerfahrene Freiwillige in gefährliche oder gar traumatisierende Situationen gebracht.

Viele derart vermittelte Einsätze nutzen daher weder den Freiwilligen noch dem Projekt. Den solche Freiwilligen-Einsätze sind ja nicht einfach Ferien: Da sollen sich etwa plötzlich unerfahrene Teenager aus dem Norden in komplexen, schwierigen Situationen in Entwicklungsländern bewähren, oft genug ohne entsprechende Vorbereitung.

Motivierte Freiwillige stellen sich etwa Arbeit mit Kindern vor, während vor Ort aber Hilfe in der Küche benötigt wird. Umgekehrt hoffen die Partner auf erfahrene Allrounder, die jedes Problem anpacken und lösen, stossen aber auf Schulabgänger, die vielleicht noch nie gearbeitet haben. Beide Seiten unterschätzen zuweilen die für den Einsatz benötigten Kenntnisse und Qualifizierungen.

Probleme entstehen zudem, wenn die Freiwilligen den Einheimischen Arbeitsplätze wegschnappen oder zumindest der Eindruck entsteht. Das muss nicht sein. Natürlich gibt es auch gute Angebote, seriösen Vermittler und Reiseveranstalter. Wer das richtige Angebot finden will, muss kritisch sein und die richtigen Fragen stellen — zunächst an sich selbst:. Was kann und will ich für einen Einsatz leisten? Wie soll das Verhältnis zwischen Freizeit und Arbeitseinsatz aussehen? Wo möchte ich den Einsatz leisten?

Danach geht es an die Prüfung der Angebote und Veranstalter. Eine gute Vorlage bietet dazu die tourismuskritische Nichtregierungsorganisation Tourism Concern aus London mit ihren acht Qualitätsgrundsätzen:.

Grundsätzlich gilt auch hier: Verträgliches Reisen bedeutet auch, die Umwelt zu schonen und in erster Linie das Wohl der gastgebenden Bevölkerung im Auge zu haben.

Fragen sie beim Reiseveranstalter nach und holen Sie sich die Tipps dazu auf fairunterwegs. Sie haben ein super attraktives Ferienangebot in letzter Minute an Land gezogen. Nun freuen Sie sich, auch weil Ihr Sitznachbar im Flugzeug für dasselbe Angebot vielleicht erheblich mehr hinblättern musste. Denn wer bis zum letzten Moment wartet, kann saftig profitieren. Dies git nicht unbedingt: Schnäppchenjäger kommen unter Umständen besser weg, wenn sie zeitig buchen und dabei von den Frühbucher-Rabatten der Reiseveranstalter profitieren.

Last-Minute-Angebote können zudem Preisfallen sein, in denen viele Kosten nicht ordentlich ausgewiesen sind, die Sie unterwegs noch zusätzlich berappen müssen. Dass in letzter Minute, kurz vor der Abreise, Reiseangebote verbilligt auf den Markt geworfen werden, hat mit der Funktionsweise des Tourismus zu tun: Viele Reiseanbieter planen sehr optimistisch. Was nicht verkauft wird — ein Sitz im Flugzeug oder ein Bett in einem Hotel — schlägt jedoch negativ zu Buche.

Also verkaufen die Reiseanbieter ihre Plätze lieber unter Preis, als gar nicht. Oft stehen dabei auch Hoteliers unter Druck von Seiten der Reiseveranstalter, die gerade in Krisenzeiten mit den Anbietern in den Destinationen hart um die Preisnachlässe verhandeln. Last-Minute-Angebote mögen kurzfristig Sinn machen und die Schnäppchenjäger freuen. Langfristig unterlaufen sie jedoch die Nachhaltigkeit, schliesslich werden Betten oder auch Flugsitze weit unter ihrem Gestehungspreis verschleudert.

Da bleibt den Anbietern am Urlaubsort kein Geld mehr für dringend notwendige Massnahmen zur Erhaltung der Umwelt, wie Energiesparmassnahmen, Abfallbewirtschaftung oder für den Anschluss von Hotels an Kläranlagen, geschweige denn Mittel, um den Angestellten faire Arbeitsbedingungen zu gewähren. Aber auch die Reiseveranstalter schneiden sich oft ins eigene Fleisch, schmilzt doch letztlich auch ihre Gewinnmarge.

Ihnen fehlen später die Gelder, die sie für die zeitgemässe, verantwortliche und faire Ausgestaltung Ihrer Reise aufwenden sollten. Einige Tour-Operators haben deshalb auch Frühbucherrabatte eingeführt, damit sie besser planen können und nicht in letzter Minute mit Anbietern vor Ort die Preise herunterfeilschen müssen.

Sicher ist, dass Billigangebote im Tourismus, insbesondere die Last-Minute-Schnäppchen, nur sehr beschränkte Serviceleistungen beinhalten. Oft genug führen sie zu Enttäuschungen und Reklamationen, wie der Ombudsmann der Schweizer Reisebranche bestätigt. Fragen Sie deshalb beim Buchen von Schnäppchen und Billigangeboten immer nach, welche Leistungen Sie effektiv für diesen Preis erhalten. Fragen Sie dann gleich auch, welchen Anteil die GastgeberInnen eigentlich daran verdienen.

Gerade Leute, die nicht viel verdienen, sind froh, wenn sie mit einem Pauschalbetrag die Kosten für die Ferien im Griff haben. Und viele sind froh, wenn ihnen die gesamte Urlaubsorganisation vom Reiseanbieter abgenommen wird.

Doch die Rechnung geht nicht auf:. Für die Reisenden geht die Rechnung nicht auf, wenn der Veranstalter so knapp kalkuliert, dass die Resortbetreiber überall sparen müssen: Dies kann verdreckte Hotelzimmer, ungeniessbares Essen und unerwartete Nebenkosten zur Folge haben. Unterbezahlte Angestellte schalten bei Klagen auf Durchzug.

Ein All-inclusive-Resort ist eine abgeschottete Welt, so dass die Gäste ihr Reiseland kaum kennenlernen. Für die gebotene Folklore kostümieren sich bezahlte ArtistInnen, bei deren Shows der Spass- und Exotikfaktor wichtiger ist als die kulturelle Echtheit. Das Gastland wird auf ein paar Klischees reduziert, was existierende Vorurteile bei den Gästen eher verstärkt als abbaut. Für die Angestellten, denn sie sollen möglichst wenig kosten: Von guten Löhnen, Festanstellungsverträgen mit Sozialleistungen, Aufstiegsmöglichkeiten und bezahlten Weiterbildungen können sie in der Regel nur träumen.

Die Realität besteht allzu oft aus Stundenverträgen, einer Anhäufung unbezahlter Überstunden, null Sicherheit und Löhnen, die zu nichts hinreichen. Dabei sollen sie noch dauerlächeln und gut drauf sein bis spät in die Nacht. Die lokalen Unternehmen werden nicht eingerechnet: All-inclusive-Resorts ziehen jedoch den Grossteil des Gästeaufkommens ab und trocknen so das Geschäft der Kleinbetriebe aus.

Denn weshalb sollen die All-inclusive-Gäste dort noch Geld ausgeben? Sie haben ja schon für alles bezahlt. Die Lokalbevölkerung hat sowieso nichts zu melden: Eigentlich erhofft sie sich Jobs, Einkommen und gute neue Infrastruktur.

Doch von den teuren Infrastrukturprojekten wie Flughäfen und Zufahrtsstrassen, Wasserpumpen und Stromleitungen, die mit ihren Steuergeldern erstellt werden, profitiert sie oft wenig.

Manchmal leiden die AnwohnerInnen sogar unter häufigeren Wasser- oder Stromausfällen, weil zuviel zum Resort und zu wenig zu den Normalverbrauchern geleitet wird.

All-inclusive-Resorts, die sich nicht bewusst für Lokalprodukte entscheiden, importieren Baumaterialien, Einrichtungsgegenstände und Nahrungsmittel von irgendwoher.

Ihre Gewinne werden nicht in neue Betriebe im Land investiert, sondern werden in der Regel vom Unternehmen zum überwiegenden Teil ausser Landes gebracht. Auch die Natur hat das Nachsehen: An und für sich dürften All-inclusive-Resorts pro Gast und Übernachtung der Umwelt nicht mehr schaden als jede andere Unterbringung.

Doch in der Regel stecken hinter solchen Resorts Investoren mit viel Geld, das sie in üppige Anlagen investieren, die hohe Profite erzielen sollen: Je mehr Pools, Grünflächen, Golfplätze und umbebaggerte und planierte Strände, desto besser verkauft sich das Resort, je tiefer die Unterhaltskosten gedrückt werden, desto mehr Profit und desto schlechter für die Natur.

Laute Parties stressen Vögel und Meeresschildkröten. Die Chemikalien für Pools und Golfplätze, das Abwasser und die Abfälle landen häufig in der Natur, statt fachgerecht entsorgt zu werden. Verlogen nenne ich wenn man sich beschwert man könne sich keine teuren Flüge von den anderen Fluggesellschaften leisten, und desshalb mit der Ryanair fliegt.

Dadurch erschafft man eben gerade diese Situation , dass die Leute sich nichts mehr leisten können. Wie zb soll sich ein e Steward ess der bei der Ryanair arbeitet sich noch irgendwas leisten können?

Das ist für mich ein absoluter Widerspruch. Aber den meisten ist es einfach scheiss egal. Auf etwas zu Verzichten um sich etwas anderes leisten zu können. Stattdessen muss alles billig sein, damit wir uns alles leisten können. Qualität, Sicherheit und dass dadurch Leute resp. Tiere leiden und ausgebeutet werden, ist den meisten scheissegal, …Nächstenliebe ja, aber es darf mich doch nichts kosten, und teilen will ich auch nicht…. Wir schaffen uns selber ab, und in ein paar Jahren wunderen wir uns dass es keine gut bezahlten Jobs mehr gibt.

Soll man Ryanair meiden, soll man auch Eurowings und Germanwings meiden, sie sind ganz anders als Lufthansa und Air Berlin. Die Situation bei Germanwings und Eurowings ist auch kritisch zu betrachten. Aber hier sind es wenigstens keine Scheinselbständigen und es wird sich nicht vor dem deutschen Sozialversicherungssystem gedrückt…. Und warum gründet Eurowings die Eurowingseurope und will Stationen im Ausland aufbauen?

Ein bisschen mehr Facettenreichtum hätten diesem Eintrag nicht geschadet… Gehen wir das Ganze einmal aus einem anderen Blickwinkel an. Bis zur Lizenz inkl Typerating investiert der Flugschüler Ich betone immer gerne, dass es keine Ausbildung, sondern eine Lizenz ist. Ein Pilot ist in DE eine ungelernte Hilfskraft. Das sollte man nicht vergessen, wenn es um das Thema Bezahlung geht… So jetzt haben die Absolventen dann die Lizenz, teilweise einen Batzen Schulden, kaum Flugstunden und damit keinen Marktwert.

Einer möchte sogar bleiben, wegen dem lockeren Ambiente und der geringen Anzahl an auswärtigen Hotelübernachtungen. Für viele, die sich den Traum vom beruflichen Fliegen erfüllen möchten, ist Ryanair ein Segen und das Beste, was der Airlinemarkt für Absolventen mit wenig Flugstunden zu bieten hat.

Flugstunden sammeln und dabei noch Geld zu verdienen, ist eine Seltenheit geworden. Das Modell von Ryan ist zwar kritisch, keine Frage. Aber für manche Menschen doch die beste Möglichkeit. Die Situation für frisch ausgebildete Piloten stellt sich in der tat so dar, wie Du sie schilderst. Ich kann auch jeden Pilot verstehen, der zur Ryanair geht. Besser als arbeitslos ist es bei Ryanair alle Male.

Trotzdem wünsche ich auch diesen Piloten eine Festanstellung und eine soziale Absicherung! Ich gebe dem Autor des Artikels in gewisser Weise recht, aber….

Ich fliege relativ häufig aus beruflichen und privaten Gründen. Zum anderen ist es für mich völlig unverständlich, warum ein Single Flug bei Lufthansa oder anderen Etablierten mehr kostet als ein Hin und Rückflug. Letztendlich ist es mir egal, ob ich nun 20 oder 70 Euro für einen Flug zahle. Wichtig ist, dass ich dort hin komme wo ich hin möchte.

Es nützt eben nicht mit dem Finger auf Andere zu zeigen, auf seine Standards zu verweisen, aber am Kundenbedürfnis vorbei zu wirtschaften. Besser wäre es, seine Qualität zu unterstreichen und sein Angebot den Bedürfnissen der Kunden anzupassen. Der derzeitige unterschied bei City Verbindungen gegenüber Ryan-Air und Co liegt darin, das man einen Kaffee und ein Sandwich kostenlos dazu bekommt.

Es ist eben nicht der Unterschied, ob ich ein Sandwich erhalte oder nicht. Es geht hier um die Arbeitsbedingungen! Und dass auch noch das nicht ausgeübte Streikrecht der Ryanair-Beschäftigten angeführt wird … dafür fehlen mir die Worte! Dabei hätten die Beschäftigten jeden Grund, für vernünftige Arbeitsbedingungen zu streiken! Mir kommen gleich die tränen… Die armen Piloten bei Ryanair, die sich keinen Porsche leisten können sondern nur einen Mustang.

Das ist sehr bitter! Ich frage mich da nur warum Ryanair Piloten auf der Warteliste hat, die nur zu gerne zu diesen Bedingungen fliegen möchten? Ich kalkuliere täglich mehrere Flugpläne für eine Deutsche Fluggesellschaft die Vorgaben über die Zusatzmengen sind EU weit vorgegeben und können nicht unterschritten werden. Ich kenne kaum Piloten die bei Kurzstrecken mehr als Kg extra Treibstoff tanken lassen.

Wäre das einer anderen Fluggesellschaft in Spanien passiert hätte es keinen interessiert — aber bei Ryanair kann man prima dem Publikum verkaufen, dass natürlich zu wenig getankt wurde… In dem Bericht steht auch, dass die Angaben über die Windverhältnisse von Spanien nicht aktuell bzw korrekt waren. So ist es nicht verwunderlich, dass gleichzeitig mehrere Flugzeuge knapp an Treibstoff waren. Achja und die vielen Vorfälle mit technischen Defekte die im Video aufgelistet wurden ist Bauernfängerei.

Objektiv betrachtet müsste man zunächst einen Vergleich mit anderen Airlines ziehen denn technische Probleme sind in der Fliegerei Alltag. Zweitens müsste man die Vorfälle in Relation zur Flotte setzen — habe ich Flugzeuge wie Ryanair habe ich öfter Probleme als eine Airline mit nur 30 Flugzeugen oder nicht? Natürlich treten die Probleme dann auch selten am Boden auf sondern meistens in der Luft.

Schön das du und deine paar Sympathisanten kein Ryanair mehr fliegt, dann ist mein Arbeitsplatz wenigstens gesichert. Das ist allerdings dann auch schon das einzige was ich deinem Hetz-bericht abgewinnen kann. Ryanair ist sicher kein netter Arbeitgeber für Piloten und Flugbegleiter aber auch hier gilt Angebot und Nachfrage. Ich sehe hier bei den sozialen Rahmenbedingungen der Arbeitsverträge den Staat bzw.

Mehr zahlen würde ich den Piloten dann aber dennoch mit Sicherheit nicht! Nur so am Rande was ich allerdings verwerflich finde ist, dass unmittelbar nach den negativen Treibstoff Vorfällen in den Medien bei Ryanair die Buchungszahlen in die Höhe geschossen sind.

Selbst negative Schlagzeilen haben sich als kostenlose Werbung erwiesen. Schreib doch lieber mal einen Artikel dazu wie es einer Lufthansa zum Germanwings Unglück kommen konnte. Es werden Bewerber in tagelangen teuren und ausgefeilten Assessment Programmen mit Hilfe Psychologen bis auf die letzte Eigenschaft ausgewählt.

Wenn man sich dann aber in der Flugschule wegen psychischen Problemen pausieren lässt, wird man nach Wiederaufnahme direkt ins Cockpit gesetzt. Zum Thema Treibstoff fällt mir ein, dass sowas wie in Madrid nur gut geht, wenn es andere Airlines mit Ihrem Extra ausbaden.

Wie skrupelos ist das denn??? Tankt jeder so wie Ryanair, wird es mindestens Blechschaden geben! Ein Dispatcher der von nichts ne Ahnung hat. Dass sind mir die liebsten…. Ein Go Around plus Abarbeitung eines Technicals muss immer gewährleistet sein ohne Zeitdruck zu haben!!! Bei Wetter t Extra oder mehr… Ryanair fliegt selbst dann oft ohne los! Ganz herzlichen Dank für diesen tollen Artikel.

Und jetzt habe ich noch weitere Argumente bekommen, die meine Entscheidung bestätigen. Wer sagt denn das es Lufthansa und co nicht genauso machen?

Steuerschlupflöcher auszunutzen ist auch bei vielen deutschen Unternehmen kein Fremdwort aber darüber regt sich niemand auf!!

Ich bin beruflich und auch Privat mind. Wer nicht lesen kann muss eben draufzahlen. Im Schnitt sogar der ganze Maschinenpark der neueste ist.

Ich jedenfalls freue mich das es Ryanair gibt und werde auch weiterhin mit Ryanair fliegen. Auch nicht zu Gepäckgebühren. Mit geht es um die Menschen! Nur leider finden die, die Ryanair fliegen immer einen Grund dieses zu tun. Ist das nur bei Ryanair der Fall oder handhaben das Billigairlines wie easyJet und airberlin genauso? Ich möchte einmal folgendes in den Raum stellen: Insoweit sind die Ryanair Piloten nicht zu entlasten. Führt deren Kalkulation zu einer Notlage w.

Treibstoffmangel so ist der Kapitän uneingeschränkt dafür verantwortlich. Nun ist es so dass diese möglicherweise anfallenden zusätzlichen 30 Minuten zur Destination treibstofftechnisch nicht in Ansatz gebracht werden müssen.

Stattdessen wird ein Ausweichflughafen festgelegt der eine bessere Wetterlage hat so dass man dorthin ausweichen kann. Jetzt kommt der Fehler: Madrid hat 4 Landebahnen. Entsprechend ist die Aufnahmekapazität Slots berechnet und damit das berechnete Verkehrsaufkommen.

Valencia hingegen hat nur eine Runway. Ergo tummelten sich dort im Falle der dummen 30 Minuten ausweichende Flugzeuge in vierfacher Höhe dessen was VLC tatsächlich aufnehmen konnte. Deutsche Piloten sind i. Das ist der Unterschied. Jetzt soll jeder selber mit sich ausmachen mit wem er fliegt.

Ryanair konnte in Valencia nur vorrangig landen weil andere Piloten ihren eigenen Flug ohne Druck der Firma kalkulierten! Die beste Antwort in diesem Kommentarwirrwarr. Seid froh, dass es noch Airlines gibt, die schlimme Ereignisse anderer, auf eigene Kosten abpuffern.

Vollste Zustimmung, danke für diesen Artikel. Besonders Veganerpart kommt mir bekannt vor. Das hört übrigens beim Flug nicht auf, sondern geht bei Unterkünften, Mietwagen und dem Shoppen vor Ort weiter. Hier werden schlicht und einfach Tatsachen verdreht, die so einfach nicht stimmen, bzw. Der Transpondercode bedeutet nichts anderes als die Ankündigung einer Luftnotlage. Luftfahrtzeuge, die diesen Transpondercode senden, haben Vorrang vor allen anderen. Die Voraussetzungen um diesen Code zu senden sind nicht einheitlich geregelt, sind von Luftraumüberwachung zu Luftraumüberwachung unterschiedlich.

In einigen Ländern ist ein defektes Ventil am Board-WC schon ausreichend für einen , in anderen Ländern ist Öl- oder Kerosingeruch in der Kabine nicht zwingend ein Grund, um zu squawken. Darüber hinaus sollte man auch die Anzahl der Luftnotlagen einer Airline mit seiner Flottenstärke in Relation setzen. Darüber hinaus ist sie eine der sehr wenigen Airlines die noch keine Unfälle mit Todesfolge zu verzeichnen hat!

Daher ist dieses Argument vollkommen nichtig, und untermauert in keinster Weise das angeprangerte Verhalten der Airline. Vom technischen Standpunkt her ist die Aussage des Autors definitiv nicht zu untermauern!

Was, wegen eines WC Ventils? Und wenn ein medical deklariert wird, drehst du bestimmt nicht jedesmal ein. Dazu hast du nun mal Funk.

Und wie War das nochmal mit Avionik?: Wenn Du mit Deiner Piper in Hintertupfingen mal eben runter willst, da Du vergessen hast vor dem Start nochmal Pipi zu machen, ist das dort mit Sicherheit weniger das Problem. Wenn Du aber in einem Verkehrsflugzeug jemanden mit einem Herzinfarkt oder ähnlichem hast, und musst möglichst schnell in FRA oder an einem sonstigen hochfrequentierten Flughafen runter, wird das wohl eben nicht so einfach möglich sein.

Da wird Dir dann der Fluglotse schon sagen, dass Du bitte Deinen Transpondercode entsprechend änderst. Da könnt ihr von Europameister oder sonstigen Schwachsinn erzählen — diese Behauptung ist und bleibt vollkommener Unsinn daher hat der Autor wohl auch hierfür keine Quelle nennen können!

Wenn ja redest du von einem geringen Teil der Piloten in Deutschland und verallgemeinerst deine Aussage. Normalerweise lese ich solche Artikel und Kommentare relativ gelassen durch, jedoch bin ich gerade einfach nur entsetzt was hier mancher angeblicher Branchenkenner und Realist von sich gibt. Der lange Weg ins Cockpit oder das lange Leiden ins Cockpit, ohne soziale Absicherung bzw anerkanntem Berufsabschluss, verbunden mit einem gewaltigen finanziellen Risiko bei mir waren es ca Euro bis ich angefangen habe mit meiner Lizenz Geld zu verdienen.

Das ist seit längerer Zeit die Realität. Jedoch wird es noch mindestens 10 Jahre Lohndumping brauchen bis die ganzen Klischees aus den Köpfen der Gesellschaft gewaschen sind und die Realität erkannt wird. Ich habe mit 20 Jahren meine Pilotenausbildung begonnen. Die vom Luftfahrt Bundesamt bis ins kleinste Detail regulierte Ausbildung, erstaunlich bei einer nicht anerkannten Berufsausbildung, kann man mit einem Bachelor vergleichen.

Bafög gleich Wunschdenken gibts nicht, Nachtschichten an der Tankstelle, Schichtarbeit als Kofferwerfer am Flughafen und Ferienjobs in ner Tierfutterfabrik waren die Realität. Nachdem ich die Lizenz in der Tasche hatte war der Markt im Keller. Seit Jahren hatte keine Airline junge frisch ausgebildete Piloten mehr eingestellt wodurch eine riesige Blase und Konkurrenz am Pilotenmarkt entstand.

Die zuvor üblichen Arbeitsverträge und Bedingungen verschwanden und neue Formen wie die Lizenzselbständigkeit tauchten auf.

Ich werde in ca 15 Jahren Schuldenfrei sein, bis dahin verdiene ich vergleichbar mit einem Facharbeiter. Aber klar wir Piloten verdienen zu viel und fühlen uns unterbezahlt sobald wir uns kein Porsche leisten können. Ich behaupte mal dass ich mehr Piloten als jeder andere hier kenne und bei allen sieht der Lebenslauf ähnlich aus.

Hier mal die Meinung eines 27 Jahre alten Berufspiloten. VG und Danke an Ingo für den Artikel!!! Du hast kurz und knapp den Werdegang eines fast jeden Piloten geschrieben, den man in den letzten Jahren kennenlernen konnte.

Auch ich habe einen Haufen Schulden mittlerweile ca. Da sollte mal das Luftfahrtamt eingreifen, ich Sage lieber etwas tiefer in dieTasche greifen aber dafür sicher fliegen. An dem Tag, als die Ryanair mehrfach mit Luftnotlage nach Valencia ausgewichen ist, sind nicht zwei, sondern sage und schreibe drei Maschinen an diesem Tag mit Maydaysignal ausgewichen.

Einige Infos waren für mich neu, und haben mich — leider — nicht überrascht. Und leider lässt sich das Beispiel Ryanair auch auf so viele andere Konzerne und Firmen anwenden Stichwort: Amazon mit Ausbeutung der Billiglohnkräfte macht den Einzelhandel kaputt.

Geiz ist solange geil bis sich niemand mehr den Billigramsch kaufen kann weil keiner mehr eine Arbeit hat. Aber die Gesellschaft definiert sich heute lieber über Besitz. Und nein, ich bin weder 80, arbeitslos, oder neidisch. Ich konsumiere halt mit Hirn. So wahr dein Artikel sein mag! Ich finde es unmöglich, dass man Menschen, die einen veganen Lebensstil verfolgen derart unsachlich angeht.

Die meisten Tierschützer stehen ebenso für die Rechte der Menschen ein und klären in der Öffentlichkeit auf. Ich hoffe für Sie, das Sie sich auch anders für diese Menschen einsetzen und nicht nur einen Blog darüber schreiben!

Das wäre verlogen und nicht ein Veganer, der mit Ryanair fliegt! Tierschützer versuchen das Leid von Tier und Mensch soweit zu minimieren wie möglich und werden persönlich angegriffen, wenn sie einen Ledergürtel tragen, welchen sie vor 20 Jahren gekauft haben. Das kommt von Menschen, die nichts machen, gar nichts. In der Tat kann jeder Mensch entscheiden für wen er arbeitet.

Es sei denn er wird politisch unterdrückt, oder ähnliches. Man sollte meinen, das Piloten gebildete Menschen sind und abschätzen können, ob sie eine Scheinselbstständigkeit eingehen oder nicht!

Tiere hingegen werden ohne ihre Zustimmung ausgenutzt, gefoltert und getötet! Ich hatte dazu schon mal im Fernsehen einen Bericht gesehen. Ich bin noch nie Ryanair geflogen, habe das auch nicht künftig vor. Interessant sind auch so manche Kommentare…. Nachdem ich meine Follower auf diesen Artikel aufmerksam gemacht und zum Kommentieren aufgefordert habe, wollte ich mich selbst auch zu Wort melden.

Aus bestimmten Gründen sehe ich das zweischneidig. Das hatte damals aber mehrere Gründe, vor allem der Umgang mit den Passagieren. Man kam sich vor, wie im Viehtransport. Sollte also ein vergleichbarer Flug Gepäckeinrechnen nicht vergessen! Trotzdem fliege ich mit Ryanair. Wahrscheinlich auch wieder dieses Jahr. Die abseitige Streckenführung passt genau auf meinen Wunschurlaub, der sich dummerweise rund um einen vielgefragten Ferientermin dreht.

Da sind die Unterschiede zur Condor leider bei ,- Euro. Bei 3 Leuten sind das ,- Euro zusammen. Dafür können wir uns einen Teil der Unterkunft und den Mietwagen leisten.

Die Bedingungen, wie eine Firma eine Leistung zur Verfügung stellt, sind auf jeden Fall von jedem mündigen Verbraucher mit in die Entscheidung zu nehmen. Ich befürchte nur, dass es ein bisschen dauert, bis wir uns Alle einen neutralen Überblick über eine Situation schaffen können. Tatsächlich trägt dieser Beitrag hier zu einer gewissen Transparenz bei, weil hier soviele unterschiedliche Meinungen gepostet werden. Egal was man heute kaufen will, es gibt immer irgendwas zu kritisieren.

Man neigt dazu, diese Kritikpunkte aufzunehmen, ernst zu nehmen aber ich scheue mich sehr, bestimmte Firmen nur noch zu verteufeln und zu denken, alle Anderen wären sauber.

Das sind sie dann meist auch nicht und die Profitgier oder Angst vor wirtschaftlichem Niedergang lassen sie ähnlich zweifelhafte Methoden anwenden. Nur weil dann einer ein Bio-Label draufmacht, ist ja dann auch nicht alles gut. Im Flugbereich extrem mit der Ausgleichszahlung für Bäume. Lügt man sich auch selbst in die Tasche.

Darf man das rechtlich nicht? Traut sich das keiner, weil zu angreifbar? Ich seh mich irgendwo dazwischen hin- und herpendeln. Immerhin besser, als wenn mir alles egal wäre. Als mündiger Verbraucher sollte man immer wieder innehalten, nachdenken, informieren und dann entscheiden. Auf jeden Fall wünsche ich Allen einen guten Flug! Das sind meines Erachtens die Schlagworte, die passen.

Und, ja, die einzige Alternativ bei zurückgehenden Umsätzen, ist die Optimierung der Mitarbeiterstruktur. Wir müssen noch mehr verdienen, immer mehr, damit unsere Anteilseigner zufrieden sind. Ich will mich jetzt nicht über die betriebswirtschaftliche Theorie auslassen, die den Begriff der kurzfristigen Gewinnmaximierung nicht kennt.

Wo ist der zivile Ungehorsam? Ich denke es ist ganz einfach: Nachdem ich hier alles mal sehr aufmerksam gelesen habe bin ich irgend etwas zwischen extrem amüsiert und extrem erschrocken…. Was Ryanair und die anderen Low Coster machen ist Flugbetrieblich absolut und voll legal.

Wer anderes will muss die nationalen und internationalen Regelwerke ändern, und auch dann werden sich diese Firmen daran halten. Selbst die Systeme der Bezahlung im Bau-, Agra-, etc. Bereich ist ständig ein Thema. Eine andere Frage stelle ich mir aber… Dieses wird hier immer wieder angerissen und nie beantwortet. Vor allen nicht von den die hier gerne Zitierten Quellen z.

Wenn man sich dann mal anschaut wie die Deutschen Airline Tarifkommissionen, Personalvertretungen, Gewerkschaften etc. Bleibt nurnoch die frage ob es bei teureren airlines Besser zugeht, oder ob man da nur mehr für den Service zahlt. Das ist doch nicht nur Ryan Air die Billigflieger gibt es immer häufiger.

Und an der Sicherheit wird anscheinend an vielen Stellen gespart. Es kommt aber sogar noch schlimmer. Stress ist als eine Ursache für Depressionen bekannt.

Ich halte es immer noch für möglich, dass Stress bei Piloten auch für die Germanwingskatatrophe zumindest mitverantwortlich war. Wo wir gerade beim Thema sind …. Aviation Herold ist eine gute Quelle. Aber die Arbeit und Leistung vielleicht Anerkennenswerter und auch mal sehr Lobenswert!!! Dort herrscht Planwirtschaft, das eingenommene Geld unterliegt der Willkür der Politik und am Ende sind alle ärmer.

Arbeitgeberanteil ist eine Illusion, weil der Arbeitnehmer den mit seiner Arbeit erwirtschaftet. Würde dieser Anteil an den Arbeitnehmer ausgezahlt und würde dieser realisieren, dass er in D neben seinen ca. Stimme dir teils zu, werde aber genauso weiter mit Ryanair und Co. Sehr guter Beitrag und er regt dazu an einen Blick ins eigene Innere zu unternehmen.

Seit nunmehr 19 Jahren fliege ich mehrmals im Jahr auf die Kanaren. Das ist ein Mittelstreckenflug von rund 4 Stunden Dauer. Ende der 90er war Condor meine erste Wahl. Mit der Zeit splittete sich der Markt. Dazu kamen dann Billigflieger wie RyanAir, Germanwings und so weiter, was den bisher etablierten Unternehmen das Leben nicht erleichterte.

Somit strich auch Condor die Annehmlichkeiten an Board eine nach der anderen aus dem Leistungsspektrum, bzw. Mit der Zeit war ich als Gast, heftig Zeter und Mordio schreiend, dazu gezwungen, nach dem günstigsten Flug zu recherchieren.

Was mir sofort auffiel war die völlig undurchsichtige Preisgestaltung bei den Billigairlines. Für mich galt aber damals schon, dass ich einem Unternehmen, das mir nicht klipp und klar die Endkosten der gebuchten Leistung anzeigt, niemals trauen würde. Das damit bei mir ausgelöste Misstrauen hält sich bis heute. Und obwohl ich nach wie vor nach günstigen Flügen recherchiere, fallen Billigairlines gar nicht erst in die Suche mit ein.

Es ist für mich so, dass Unternehmen, deren erstes Auftreten Unehrlichkeit suggeriert, diese in allen Bereichen des Unternehmens stattfindet. In direkter Konsequenz würde das auch die Sicherheit an Board eines Flugzeugs betreffen, dessen Wartung und, was man als Passagier immer zuerst zu spüren bekommt, weil man schlichtweg daran stirbt, unerfahrene unterbezahlte, zuweilen übermüdete und gefrustete Piloten.

Vom Board- und Bodenpersonal möchte ich gar nicht erst sprechen, denn diese befinden sich in dieser Verdingungskette noch wesentlich weiter unten als die Piloten. Übrigens, oft fliegen wir zu dritt. Dann sind meine Frau und unsere Tochter noch dabei. Hast Du eine kleine Familie, somit auch immer etwas Gepäck dabei, dann ist ein Flug bei Ryan bei minderem Service oft sogar teurer als bei Condor und Konsorten.

Nun ja, ich betrachte insbesondere Ryan Air von einer anderen Seite, weil ich die Arbeitsbedingungen und die Flugsicherheit nicht beurteilen kann. Wenn ich erst zwei Stunden zu einem Provinzflughafen fahren muss und in der Pampa lande und wiederum 2 Stunden zum eigentlichen Ziel fahren muss, dann geht mit zu viel Zeit verloren. Dann stört mich die Preispolitik.

Jede Leistung muss zusätzlich bezahlt werden. Darüber hinaus erwarte ich einen Funken Service, der bei Ryan Air nicht geleistet wird und die Sitzabstände sind zu gering. Ich kann darüber nur lachen, wenn die Ryan-Paxe in einer Reihe anstehen, um ins Flugzeug gelassen zu werden. Ich behaupte einfach mal, dass das nicht nur bei Ryanair so ist. Mir kommt diese Doku auch sehr altbacken vor. Eines ist mir klar, sozial ist diese Fluggesellschaft nicht, siehe: Aber so ist das nun mal.

Riga, Bergamo und Bratislava — sehr kleine Flüghäfen bzw. Städte, nur so als Beispiel, wo ich in den letzen Wochen war, würde ohne Ryanair nicht diesen Zuwachs an Besucher verzeichnen können! Dresden, hier landet oder startet nur jede Stunde ein Flieger.

Für eine Landeshauptstadt sehr erbärmlich. Das wäre auch noch ein Thema für dich. Sollen Sie doch alle abstürzen, für 99c kann man wohl nicht erwarten in der Luft zubleiben…. Sorry, aber das ist billige Polemik. Ryanair hat im Durchschnitt eine der jüngsten Flotten, die zudem gut gewartet wird.

Zu den Vorfällen in Spanien sei gesagt, dass die Piloten korrekt gehandelt haben. Es war zu jeder Zeit mehr als genügend Kerosin vorhanden, um sicher landen zu können und auch Ausweichflughäfen zu erreichen.

Das Senden des Transpondercodes diente hier lediglich dazu, eine schnellere Landegenehmigung zu erhalten, um nach Umleitung eben nicht in die Verlegenheit von Kerosinknappheit zu kommen. Hier von einer Notlandung zu sprechen ist definitiv inkorrekt. Zum Thema Scheinselbstständigkeit von Piloten: Nach deutschem Recht kann der Staat dies ganz einfach unterbinden. Des Weiteren hat Ryanair durch seine günstigen Preise vielen Menschen erst das Fliegen ermöglicht und Europa näher zusammengeführt.

Hier klingt eine gewisse Überheblichkeit durch. Durch die günstigen Preise hat Ryanair zudem den Markt stimuliert, neue Nachfrage geschaffen und somit insgesamt die Wirtschaft in Europa angekurbelt.

Was ich natürlich kritisch sehe, sind die Subventionen die Ryanair in den letzten Jahren direkt und indirekt kassiert hat.

Ich gönne mir jetzt erstmal ein leckeres, kühles Bier hier in der Lufthansa Senator Lounge in Hannover. Ob Du meinen Artikel für billige Polemik hältst, sei Dir überlassen. Aber in eigenen Wartungsbetrieben.

Wie der deutsche Staat die Scheinselbständigkeit von Piloten einer irischen Airline unterbinden soll, musst Du mir bitte erklären! Das Argument, dass Ryanair erst das billige fliegen ermöglicht habe und das ganze blabla, klingt wie aus der PR-Abteilung.

Die durch die Verlagerung nach Südostasien angepeilten Einsparungen dürfte LH somit meilenweit verfehlt haben. Wenn du meinst, dass diese vorgeschriebene Reserve zu wenig wäre, ist nicht Ryanair der Ansprechpartner sondern die zuständigen Luftfahrtbehörden. Da Ryanair seine Flugzeuge samt Crews z. Köln, Berlin, Nürnberg stationiert, sind die jeweiligen deutschen Zollbehörden für die Unterbindung etwaiger Scheinselbstständigkeit zuständig. Das Ryanair nicht alleine das günstige Fliegen ermöglicht hat, ist klar.

Aber gerade für viele Osteuropäer haben Ryanair und neuerdings auch Wizzair erst die Möglichkeit geschaffen, europaweit zu reisen. Leider führen die günstigen Preise natürlich auch dazu, dass beispielsweise Gruppen ohne Anstand und Benehmen, vornehmlich aus der britischen Unterschicht, in Horden in einstmals schönen Städten einfallen und diese versauen.

Das erreicht man ganz sicher nicht dadurch, dass man an den falschen Stellen spart um kurzfristig Profit zu machen. Vielen Dank für jeden Hinweis! Derartige Artikel wurden bereits vor 15 Jahren geschrieben, einschl. Hate Ryanair hat es gebracht? Ich bin seit Ryanair in Deutschland ist, ca. Und da gibt es ja auch noch das alte irische Sprichwort: Die Hunde bellen, doch Ryanair fliegt weiter. Flieg Du weiterhin mit Ryanair, ich werde es nicht tun.

Und nach Stansted kommt man zum Glück auch mit anderen Airlines…. Es ist das allgemeine Problem unserer Zeit das jeder alles billiger und billiger haben will. Man versucht in jedem Geschäft noch irgendwelche Prozente heraus zu handeln vergisst aber das man es auf das Personal abwälzt.

Das ist nämlich der einzige Posten den man einsparen und drücken kann. Also sollte jeder der einkaufen geht auch Verkäufer leben lassen.

Bei den vielen Fällen die das Arbeitsrecht verletzt bzw. Aber die macht nichts, was nahe legt das wir von der Wirtschaft regiert werden. Ich frage mich eh schon seit längerem was das fliegen mit Ryan air so interessant macht. Meist fliegen die von Provinz Flughafen zu Provinz Flughafen und man muss noch um die km in die City fahren mit anderen Verkehrsmitteln.

Hinzu kommt das man bei Ryan air für jede Leistung extra zahlen muss. Essen und trinken an Board etc. Allein das sind für mich schon Gründe auf die ich keinen Bock hätte mir ein Ticket bei Ryan air zu kaufen. Ich schätze die kostengünstigen Kombinationsmöglichkeiten, aktuell bin ich z. Nebenkosten habe ich keine, heute kann man ja zwei Handgepäckstücke mitnehmen, für das Gewicht interessiert sich keiner mehr.

Verpflegung brauche ich keine. Parken in Hahn ist sehr günstig geworden. Gebucht habe ich z. Wo bekomme ich derartige Kombinationsmöglichkeiten zu günstigen Preisen?.

Morgen bin ich mal wieder bei der Konkurrenz, ich fliege mit Wizz nach Danzig für ca. Kann man nicht meckern. Dieser Beitrag war nur die Antwort auf die vorher gestellte Frage, was macht das Fliegen mit Ryanair so interessant.

Ähnliche Kombis bin ich im letzten Jahr in Asien geflogen. Ob da die Verhältnisse besser sind, glaube ich nicht. Trotz meines Alters verstehe ich noch was ich lese. Warum wird immer wieder die alte Treibstoffsache aufgewärmt, den aktuellen Vorgang von Transavia in Barcelona findet man nur im Herald. Ich habe den Link im Vielfliegertreff gefunden. Die Aufforderung nicht mit FR zu fliegen, hat mich etwas gestört.

Kommt mir so vor wie: Ich bin Veganer und du sollst auch kein Fleisch essen. Hier sind doch erwachsene Menschen, die Bevormundung braucht keiner. Die einzige Airline die einen Direktflug von Köln nach Valencia anbietet ist Ryanair, also fliege ich auch damit , habe noch nie Probleme gehabt , das einzige was mich stört sind die Verkaufsaktionen an Bord.

Und ja ich sage auch das nieman da arbeiten muss der meint ich werde schlecht bezahlt oder ich habe keine Krankenversicherung, das steht alles im Arbeitsvertrag. Und was hast Du noch vor wenigen Jahren gemacht, als die Airline noch nicht von Köln nach Valencia nonstop ein Direktflug ist etwas anderes!

Mir ist nicht bekannt, dass Air Berlin ihre Piloten in Scheinselbständigkeit beschäftigt. Und bezahlten Urlaub und bezahlte Krankheitstage gibt es bei Air Berlin. Mai 14 über Florida nachgelesen, findet man ja im Netz. Auf meinem Flug nach Vilnius hatte ich einen Platz in der ersten Reihe und Gelegenheit mit den beiden Flugbegleiterinnen ein Gespräch zu führen.

Beide haben einen Uniabschluss und suchen eine Anstellung in GB. Der Job bei Ryanair ist nur temporär, da in Litauen einen adäquate Stellung dem Abschluss entsprechend nicht zu finden ist.

Die Bezahlung sei für litauische Verhältnisse gut und sie werden von Ihren Freunden um den Job beneidet.

Man sollte nicht nur auf das Gejammer von UFO hören. Mit einer der Beiden bin ich nun auf Facebook befreundet, nun ist dort etwas Panik ausgebrochen, der Brexit beeinträchtigt die Zukunftspläne.

Die Arbeitsbedingungen bei Ryanair sind sicher nicht die Besten. Ich denke das muss jedem klar sein, der einen Flug für 20 euro bucht. Wenn ich jedoch lese dass die Preise auf Geldgier des Unternehmens zurückgehen, empfinde ich dies einfach als unreflektiert. Das Geschäftsmodel von Ryanair sieht nunmal vor, dass dem Kunden nur das nötigste geboten wird und Kosten möglichst gering gehalten werden.

Dazu gehört auch nur eine optimal errechnete Menge Kraftstoff. Es ist wohl ganz klar das während der Nevensaison nicht Mitarbeiter gebraucht werden. Müsste Ryanair allen Mitarbeiter durchgehend Lohn zahlen, wären sie wohl innerhalb weniger Winterwochen insolvent.

Ich fliege oft mit Ryanair und habe im Vergleich mit anderen Airlines weder besonders positive noch besonders negative Erfahrungen gemacht.

Gäbe es diese Airline nicht, gäbe es einige Jobs weniger auf dem Markt und einige Arbeitslose mehr. Und wie die Spritmengen eigentlich berechnet werden sollten, hat Holger in dem von mir am Ende verlinkten Artikel ausführlich beschrieben. Ich bin mir nicht sicher, dass Du das gelesen hast…. Ich stimme Ingo in fast jedem Punkt zu. Nur ist das für mich weniger eine Frage von Gewissen als von gesundem Egoismus!

Längst sind nicht nur ungelernte Hilfsarbeiter davon betroffen.