Das Zeitalter der Industrie

 


Ein Millionenbad, das nie eröffnet wurde.

Die Gründung von „Royal Dutch Shell“: Eine Muschel erobert den Ölmarkt


Drastisch fallende Ölpreise schmälerten die Gewinne, Werkspannen bedeuteten Produktionsausfall und führten teilweise zu heftiger negativer Kritik in der Öffentlichkeit. Damals stand das Unternehmen vor den Trümmern seiner durch Bomben zerstörten Raffinerien, die als Treibstofflieferanten für Panzer und Flieger ihr eigenes Grab mitgeschaufelt hatten.

UK oder Union Kraftstoff betrieb. Der jüdisch-orthodoxe Antiquitätenhändler Marcus Samuel geb. Weder Regen noch dichter Nebel über der Themse konnten ihn davon abhalten, an den Londoner Hafen zu gehen, wenn ein Schiff aus Übersee einlief. Dort traf er sich mit heimkehrenden Matrosen, denen er Kuriositäten, Muscheln und andere Mitbringsel aus fernen Ländern abkaufte. Plötzlich hatte er eine zündende Geschäftsidee. Nur kurze Zeit später avancierte Samuels Artikel dort zu einem Verkaufsschlager.

Vor allen Dingen junge Touristinnen waren entzückt von den niedlichen Muschel-Schachteln, die sie an ihren Urlaub am Meer erinnerten und in denen sie ihre Ringe und Ketten aufbewahren konnten. Samuels Geschäft begann zu florieren, weshalb er um beschloss, es auszuweiten. Dabei blieb er seiner Vorliebe für Exotisches und Ausgefallenes treu. Gleichzeitig expandierte sein Exportgeschäft. Auf den Plan traten nun seine beiden Söhne, die die Geschäfte übernahmen. Marcus Samuel Junior war der Erstgeborene, der für die väterliche Firma viele Auslandsreisen antrat und innovative Ideen einbrachte.

Sein jüngerer Bruder Samuel , den alle Sam nannten, engagierte sich neben dem Handel auch noch in der Politik und bekleidete alsbald das Amt eines Abgeordneten für die konservative Partei. Zunächst fokussierten die beiden das Geschäft auf den Export von britischen Maschinen, Textilien und ähnlichen Artikeln nach Japan und in den Fernen Osten.

Diese bestand zunächst aus acht Tankern, die Marcus und Sam zu Ehren ihres mittlerweile verstorbenen Vaters nach verschiedenen Muschelarten benannten. Nur zwei Jahre später feierten die Brüder einen erhebenden Moment, denn als erster Tanker der Geschichte passierte ihr 5. Mit der Erfindung des Verbrennungsmotors gegen Ende des Zu Beginn des In Konkurrenz befanden sich vor allen Dingen drei Hauptakteure.

Auf der einen Seite baute der amerikanische Geschäftsmann John D. Im Jahr kam es zur Kooperation der beiden Gesellschaften, die jedoch als getrennte Unternehmen bestehen blieben. Das Sagen indes hatte der Niederländer, der als Anteilsmehrheitseigner den Posten des Aufsichtsratschefs innehatte. Wie erfolgreich dieser Coup des Zusammenschlusses war, zeigte sich schon kurze Zeit später. So avancierte Shell Ende der er Jahre zu dem einflussreichsten Weltmachtführer auf dem Mineralölmarkt. Die Einhaltung der Geschäftsprinzipien erwartet sie von all ihren Mitarbeitern, denen sie einen Verhaltenskodex zum Nachlesen an die Hand gibt.

Dieser klärt sie beispielsweise über den Umgang mit Gesetzen oder die praktische und faire Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern auf. Die Geschäftsbereiche von Shell basieren auf folgenden fünf Feldern: Einmal hatte das Unternehmen unter dem rasanten Ölpreisverfall zu leiden.

Als Grund nennt es die satte Dividendenrendite, die breite globale Aufstellung sowie eine sehr solide Bilanz. Diese lag Kilometer nordöstlich der Shetland-Inseln und hatte dem Ölriesen von bis als Zwischenlager für den Rohstoff gedient. Auf diese Pläne reagierten zahlreiche Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace mit einem Aufschrei des Entsetzens und Protestes. Auch im Jahr geriet das Unternehmen ins Blickfeld der Kritik, nachdem es Ölbohrungen in der Arktis vorgesehen hatte.

Während die US-Regierung dieses Vorhaben genehmigt hatte, machten sich lautstark weltweite Kampagnen für den Erhalt der einzigartigen Naturlandschaft stark. Ebenfalls teuer zu stehen kam Shell die Ölkatastrophe im Niger-Delta. Zunächst wies der Shell-Konzern alle Verantwortung für die Katastrophe von sich und nannte als Verursacher Sabotage und organisierten Diebstahl von Öl.

Oftmals langwierig und schwerfällig hat sie diese in früheren Jahren zur Kenntnis genommen und darauf reagiert. Mit dem allmählichen Umdenken der Gesellschaft hin zu mehr Umweltschutz und einem gesünderen Leben kam auch — im übertragenen Sinne — der Tanker in Fahrt und legte sich ein neues Unternehmensimage zu. Doch wie für jedes global agierende Unternehmen, das in einem harten Konkurrenzkampf steht, bedeutet dies stets eine schmale Gratwanderung zwischen ethisch korrektem Verhalten einerseits und dem Streben nach Profitsteigerung andererseits.

Nach Ende des Krieges setzte ab der systematische Aufbau eines Tankstellennetzes in Deutschland ein. Vorher befanden sich Zapfstellen häufig vor Apotheken, Gaststätten, Hotels oder Kolonialwarenhändlern, die als Verkaufsstellen von Treibstoffen dienten.

Wer damals tanken wollte, klopfte an das jeweils zugehörige Geschäft, woraufhin Personal herbeieilte und einen bediente. Die Rhenania eröffnete ihre erste Tankstelle in Neuss. Ausgestattet war diese mit einer Benzinpumpe in den für Shell bekannten kräftigen Farben Rot und Gelb. Während sich die Rhenania mehr und mehr auf dem deutschen Ölmarkt etablierte — im Ersten Weltkrieg war sie Hauptlieferant der deutschen Armee gewesen -, hatte sich das Ossag-Unternehmen während der Inflation finanziell verkalkuliert.

Doch mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wandelte sich die unabhängige Stellung der Mineralölunternehmen hin zu einer zentral vom Hitler-Regime gesteuerten. Ihre zentrale Funktion bestand nun darin, Kriegsfahrzeuge mit Treibstoff zu beliefern. Das Kriegsende bedeutete für viele ein grausames Erwachen aus der Verblendung durch die nationalsozialistische Propaganda. Deutschland lag zerstört in Trümmern und Asche.

Die Raffinerien der Ölindustrie waren in Flammen aufgegangen und zurück geblieben waren Ruinen. Aufgrund der stark ansteigenden Motorisierung schaffte es das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit, erneut auf dem Mineralölmarkt Tritt zu fassen und ihre Produktpalette sogar um die Bereiche Chemie er Jahre und Erdgas er Jahre auszuweiten.

Weiter steil nach oben ging es ab , als es zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung kam und der Treibstoffhandel in den neuen Bundesländern umstrukturiert wurde. Noch im selben Jahr schluckte Shell das Unternehmen und flaggte ab die meisten DEA-Tankstellen unter seinem neuen Namen um, der seit lautete: Mit Aktivitäten in über 70 Ländern hat sich die Gesellschaft heute zu einem weltweit führenden Player auf dem Energiemarkt entwickelt.

Einmal geht es um die Förderung und den Verkauf von Erdöl und Erdgas. Daneben verarbeitet und vertreibt sie Mineralöl- und petrochemische Produkte. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 7. Das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden bekleidet Istvan Kapitany. Die Gründung der Raffinerie in Wesseling fiel in die Zeit des Nationalsozialismus und begann erfolgsversprechend im Sinne begehrter Nachfrage nach Treibstoff:. Bereits , als die Nazis an die Macht gekommen waren, beklagte Adolf Hitler die Treibstoffknappheit in Deutschland und die damit verbundene Abhängigkeit von Öl-Importen aus dem Ausland.

Wie sollte er so eine schlagkräftige, aus Schiffen, Flugzeugen und Panzern bestehende Kriegsmaschinerie aufbauen, die die Welt erobert?

Januar lud das Reichswirtschaftsministerium in Berlin die wichtigsten Vertreter der deutschen Erdölunternehmen zu einem Gespräch ein. Als Ergebnis verabschiedeten sie das Reichsbohrprogramm, das eine Intensivierung der Nutzung einheimischer Ressourcen vorsah.

Zwei weitere befanden sich im Bau und drei standen kurz vor der Inbetriebnahme. UK oder Union Kraftstoff gekommen war.

Den Fluss nutzte es zum einen als Schifffahrtstransportweg, zum anderen aber auch als Kühlmittel. Dort waren es insbesondere die Grube Vereinigte Ville sowie der Tagebau Berrenrath, die die UK mit bereits aufgearbeiteter und getrockneter Kohle belieferten.

Während der Zeit der Nazi-Diktatur waren unter den Beschäftigten der Union Kraftstoff auch Tausende von Zwangsarbeiten, die das schwere Los zu tragen hatten, unfreiwillig zum Erhalt des Kriegsapparates mit beizutragen. Dieses bot rund 2. So kämpfen beide mit Dumpingpreisen um Marktanteile in China, das als der Exportmarkt im Diese Situation muss aber nicht anhalten.

Bei steigender Nachfrage könnte schnell wieder wirksam werden, worauf die Internationale Energieagentur IEA in ihrem Weltenergiebericht hingewiesen hat: Wie dauerhaft der amerikanische Schieferölboom ist, ist umstritten, die IEA geht davon aus, dass bereits um die Schieferölproduktion wieder zu sinken beginnt. Ein weiteres Problem entsteht durch die sinkenden Preise: Investitionen in zukünftige Ölförderung lohnen sich bei den gegenwärtigen Preisen nicht; und dazu ist weder die politische Lage im Nahen Osten noch Russland sonderlich investitionsfördernd - wenn nicht Investitionen ohnehin durch Sanktionen erschwert werden.

Die Zeiten vergleichsweise niedriger Ölpreise dürften also mittelfristig wieder zu Ende gehen, die IEA sieht nach neue Bedrohungen auf die Ölversorgung zukommen.

Der Einfluss von Spekulanten auf den Ölpreis ist umstritten: Die einen glauben, dass es ihn gar nicht gibt - Spekulanten handelten ja nicht mit Öl, sondern nur mit Verträgen. Wenn sie etwa überzeugt sind, dass Öl in Zukunft teurer wird, kaufen sie zukünftige Liefermengen, um diese später teurer verkaufen zu können. Vor der Lieferung müssen sie aber die Verträge zum tatsächlichen Marktwert weiterverkaufen, sie könnten mit dem Öl ja nichts anfangen.

War ihre Einschätzung richtig, haben sie Geld verdient. Der Haken an dieser Theorie: Hätte dieser Handel keinen Einfluss auf den Preis hätte, würden die Spekulanten an diesem Geschäft im Durchschnitt auch nichts verdienen. Dann wäre der Umfang der Spekulation nur schwer erklärlich. Die meisten Ökonomen glauben daher, dass die Spekulation die Ausschläge des Ölpreises verstärkt: Die grundsätzliche Richtung des Ölpreises wird aber nicht von den Spekulanten, sondern von realen Gegebenheiten bestimmt.

Nach den Theorien der Wirtschaftswissenschaftler hätten hohe Ölpreise eigentlich zu sinkenden Verbräuchen führen sollen - das war aber auch den Jahren bis nicht der Fall. Anpassungen brauchen ihre Zeit - zwar kann man leicht die Raumtemperatur absenken und öfter Bahn fahren, aber die Isolierung von Häusern, der Austausch von Heizungssystemen und der Ersatz spritschluckender Autos gehen nicht so schnell.

Einen leichten Rückgang des Ölverbrauchs gab es in Europa und in Nordamerika, weltweit stieg er aber. Das lag, wie die Abbildung unten zeigt, vor allem am asiatisch-pazifischen Raum. Ölverbrauch von bis nach Regionen in Mio.

Dabei spielen die aufstrebenden Schwellenländer China und Indien in absoluten Mengen eine besonders wichtige Rolle: Dass der chinesische Ölverbrauch im Jahr gegenüber dem Vorjahr "nur" um 3,3 Prozent stieg gegenüber Steigerungsraten von über 10 Prozent in den Vorjahren, etwa , hat zum Preisrückgang ab erheblich beigetragen.

Bis zum Jahr könnte er sich aber vervierfachen so das Referenzszenario der Internationalen Energieagentur. Auch in Indien ist Treibstoff der Sektor, in dem die Nachfrage am stärksten wächst, in Indien wie auch in Bangladesch ist Öl zudem in der Landwirtschaft unverzichtbar: Millionen Bauern bewässern ihre Felder mit dieselbetriebenen Pumpen. Daneben stieg auch der Verbrauch in den nach wie vor reichen Produktionsländern im Mittleren Osten im Jahr um 7,3 Prozent in Saudi Arabien, um 8,6 Prozent in den Vereinigten Arabischen Emiraten , während in Russland die Wirtschaftskrise zu einer schwächeren Steigerung 0,9 Prozent, gegenüber 9,2 Prozent im Jahr führte.

Die insgesamt bescheidenen Rückgänge in den reichen Industrieländern und die Aufholjagd der Schwellenländer summieren sich: Für die mittel- und langfristige Entwicklung des Ölpreises ist - neben unabsehbaren politischen Entwicklungen - entscheidend, welche Reserven der vorhergesehenen Verbrauchssteigerung entgegenstehen.

Sie stammen entweder von den Förderstaaten, die sie möglicherweise aus politischen Gründen manipulieren bei den Mitgliedsstaaten der OPEC beispielsweise hängt die Förderquote von den Reserven ab , oder von Ölfirmen, die an ihren Aktienkurs denken müssen. Unabhängige, geprüfte Angaben zu Reserven gibt es nicht.

Dazu kommen unterschiedliche Verwendungen des Begriffs, so unterscheiden sich nachgewiesene Reserven die beim aktuellen Ölpreis mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent gefördert werden können von wahrscheinlichen Reserven Förderwahrscheinlichkeit 50 Prozent Mancher Zuwachs in der Statistik kommt nur daher, dass der Ölpreis steigt und teurere Fördertechnik lohnend wurde oder das Wissen über eine Ölquelle wächst und wahrscheinliche zu nachgewiesenen Reserven werden, die etwa in der BP-Weltenergiestatistik aufgeführt werden - in beiden wurde aber kein Tropfen Öl mehr gefunden.

Geeigneter für die Abschätzung der künftigen Ölförderung ist daher die Untersuchung der historischen Entwicklung von Fund- und Förderverläufen. Eine Ölquelle steht zu Anfang ihrer Ausbeutung unter hohem Druck, danach kann die Förderung mit einigem technischen Aufwand auf einem Plateau gehalten werden; und am Ende des Lebenszyklus' läuft die Förderung langsam aus. Typisches Förderschema einer Ölregion: Gibt es nicht mehr genug neue Ölfelder, geht die Produktion zurück.

Energy Watch Group Zukunft der weltweiten Ölversorgung, Seite 42, eigene Übersetzung. Lange bevor die Vorräte erschöpft sind, geht die Produktion zurück. Diese einfache statistische Auswertung funktioniert aber vor Erreichen des Fördermaximums nicht immer; genauere Ergebnisse erhält man, wenn auch die Funde neuer Ölquellen in die Betrachtung einbezogen werden: Bevor ein Ölfeld ausgebeutet werden kann, muss es erst einmal gefunden und erschlossen werden das scheint trivial, sei aber hier nochmal gesagt, da es in mancher Diskussion vergessen wird.

Ölfunde von bis Schätzungen ab Änderungen sind zurückdatiert Zur Erklärung gibt es zwei grundverschiedene Annahmen: Die einen oft Ökonomen sehen keinen Grund zur Unruhe. PVC und darf daher nicht in unveränderten Fahrzeugen verwendet werden. Wegen des geringeren Heizwertes muss der Durchsatz der Einspritzdüsen angepasst werden. Ford verkaufte in Schweden bereits Diese Fahrzeuge sind speziell für den Betrieb mit E85 konzipiert, das in Brasilien flächendeckend verfügbar ist.

Bedingt durch die vom Benzin abweichenden Verbrennungs- Eigenschaften des Ethanols werden diese Motoren jedoch mit veränderten Werkstoffen hergestellt. Ein spezieller Sensor stellt im Betrieb fortlaufend das Mischungsverhältnis fest und regelt den Verbrennungsvorgang. In Brasilien bieten beinahe alle Hersteller ethanol-taugliche Fahrzeuge an. Ziel war es, bei gleicher positiver Wirkung auf Motor und Verbrennung mit weniger Einsatz von Bioethanol als bei der Nutzung als Additiv auszukommen.

Wasserstoff wird ebenfalls als ein alternativer Treibstoff für Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellen betrachtet. Wasserstoff ist jedoch schwer zu transportieren und zu speichern.

Eine mögliche Lösung besteht darin, Ethanol für den Transport zu benutzen, dann katalytisch in Wasserstoff und Kohlendioxid zu trennen und den Wasserstoff in eine Brennstoffzelle zu übertragen.

Alternativ dazu können einige Brennstoffzellen direkt mit Ethanol oder Methanol betrieben werden. Dabei entsteht jedoch auch giftiges Kohlenmonoxid , das für die meisten Brennstoffzellen störend ist und durch einen weiteren Katalysator zu Kohlendioxid oxidiert werden muss. Ford glaubte, dass Ethanol der Treibstoff der Zukunft sei, der zugleich der Landwirtschaft neue Wachstumsimpulse bringen würde: Allerdings diente der Einsatz weniger als Mittel zur Erhöhung der Klopffestigkeit , sondern vielmehr zur Unterstützung der anbauenden Landwirtschaft.

Jeweils 2,5 Gewichtsprozente der produzierten oder eingeführten Treibstoffmenge waren von der Reichsmonopolverwaltung zu beziehen und dem Benzin beizumischen. In den folgenden Jahrzehnten wurde Erdöl zur vorrangigen Energiequelle. Ausgehend von Brasilien und den Vereinigten Staaten wurde die Nutzung von Ethanol aus Zuckerrohr und Getreide als Treibstoff für Autos ebenso wie andere alternative Kraftstoffe auf der Basis Nachwachsender Rohstoffe zunehmend durch Regierungsprogramme unterstützt.

Eine globale Ausweitung dieser Bestrebungen entstand infolge des Kyoto-Protokolls. Als herkömmliche Rohstoffe kommen meist die lokal verfügbaren Pflanzen mit hohen Gehalten an Zucker oder Stärke zum Einsatz: Angestrebt wird zunehmend die Nutzung von kostengünstigen pflanzlichen Reststoffen wie Stroh, Holzresten und Landschaftspflegegut oder von Energiepflanzen wie Rutenhirse [13] auch Switchgrass, Panicum virgatum oder Chinaschilf Miscanthus sinensis , die keiner intensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung bedürfen und auch auf minderwertigen Böden wachsen.

Um die Glucose für die Ethanolproduktion zu gewinnen, muss der Rohstoff je nach Art aufbereitet werden:. Das Produkt der Rohmaterialaufbereitung ist eine zuckerhaltige Maische, die in der Fermentation mit Hefe Saccharomyces cerevisiae versetzt wird.

Je nach Anwendungsfall und energetischen Rahmenbedingungen werden aber auch andere Verfahrensschritte Membranverfahren, Druckwechseladsorption, etc.

Diese hohe Reinheit ist für die Mischung mit Benzin erforderlich, da sich andernfalls das Wasser absetzt. In Fahrzeugen, die mit reinem Alkohol betrieben werden wie in den Anfängen in Brasilien kann auch wasserhaltiger, also nicht vollständig dehydratisierter Rohalkohol eingesetzt werden. Ein Dekanter entwässert hierbei nach der Destillation die Schlempe und trennt Feststoff und Dünnschlempe. Die Dünnschlempe wird zu Sirup konzentriert.

Vinasse , die bei der Melassevergärung zurückbleibt, wird agrartechnisch zum Beispiel ebenfalls als Tierfutterzusatz oder als Düngemittel genutzt. Eine weitere Möglichkeit für die Verwendung der Schlempe ist die Energiegewinnung durch thermische Verwertung, d.

Neben einer Senkung der Produktionskosten wird dadurch die Treibhausgasbilanz der Produktion verbessert. Das gewonnene Biogas verbleibt als Prozesswärme in der Anlage oder wird ins Netz eingespeist. Es kann wie Erdgas als Energieträger in Haushalten oder auch als Kraftstoff genutzt werden. Bagasse , die Faserstoffe aus der Zuckerrohrvergärung, wird aufgrund des geringen Nährwertes nicht direkt als Futtermittel für die Tierernährung eingesetzt.

Die Restenergie der Bagasse wird stattdessen häufig über eine teils mehrstufige Methanvergärung in den Energiekreislauf der Destillerie zurückgeführt, wodurch die Kosten je Einheit produzierten Ethanols reduzierbar sind. Schwachpunkt dieses Ansatzes und auch der bisher sehr konkurrenzfähigen lateinamerikanischen, auf Zuckerrohr basierenden Biokraftstoffproduktion ist die alleinige Ausrichtung auf die produzierte Menge Ethanol.

Derzeit sind Unternehmungen dieser Art die günstigsten Anbieter von Ethanol auf dem Weltmarkt und stellen das Modell dar, das Neueinsteiger wie Indien und Thailand wählen. Abhängig von der Prozessführung sind weitere Nebenprodukte möglich z. Die Produktion aus Stärke und Zuckerrohr wird potentiell den langfristig steigenden Bedarf an Bioethanol nicht decken können.

Die nur begrenzt zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Anbauflächen, ökologische Probleme bei der notwendigen Intensivierung der Landwirtschaft und die Konkurrenz zum Lebensmittelmarkt begrenzen die Produktion von Bioethanol auf diesem herkömmlichen Wege. Eine Alternative besteht darin, für die menschliche Ernährung ungeeignete Nutzpflanzen oder Pflanzenabfälle zu nutzen. Diese hauptsächlich aus Cellulose, Hemicellulose und Lignin bestehenden Materialien fallen in hohen Mengen an und sind billiger als stärke- oder zuckerreiche Agrarrohstoffe.

Zudem sind die potentiell nutzbare Biomasse pro Flächeneinheit höher, die CO 2 -Bilanz positiver und der Anbau teilweise deutlich umweltschonender. Ethanol, das aus pflanzlichen Abfällen hergestellt wird, wird als Cellulose-Ethanol oder Lignocellulose-Ethanol bezeichnet. Allerdings befinden sich die Verfahren zur Herstellung von Lignocellulose-Ethanol noch in der Entwicklung. Problematisch sind derzeit vor allem die hohen Kosten, die durch die Enzyme zur Celluloseverzuckerung verursacht werden.

Daher ist Bioethanol aus Lignocellulose ohne Förderung voraussichtlich nicht wettbewerbsfähig. Angestrebt wird dabei, in so genannten Bioraffinerien die Cellulose und Hemicellulose in vergärbare Zucker umzuwandeln und von Hefen direkt in Ethanol zu vergären.

Das Lignin könnte als Brennstoff zum Antreiben des Prozesses benutzt werden. Allerdings verhindern zurzeit noch einige technische Schwierigkeiten den Einsatz dieses Verfahrens. Zum einen ist der Abbau von Cellulose und Hemicellulose zu vergärbaren Zuckern aufgrund der komplexen Struktur dieser Verbindungen im Gegensatz zur Verzuckerung von Stärke schwierig und langsam. Zum anderen können die meisten der zur Ethanolproduktion verwendeten Mikroorganismen nicht alle aus der Hemicellulose freigesetzten Zuckerarten vergären.

Für einen wirtschaftlich ausgereiften Prozess ist dies jedoch eine wichtige Voraussetzung. Für Forschungszwecke werden weltweit etwa 15 Versuchsanlagen betrieben In den Vereinigten Staaten sind, gestützt durch massive staatliche Förderung, weitere rund 20 Pilotanlagen in Planung oder im Bau. Durch die hohen Weltmarktpreise für Zucker in den er-Jahren kam die Ethanolproduktion der Zuckerindustrie in Brasilien fast zum Erliegen, doch in den letzten Jahren ist ein starker Aufschwung zu verzeichnen.

In den Anfängen wurde reines Ethanol verwendet, wofür eigene Motoren erforderlich sind. Mittlerweile werden überwiegend so genannte Flexible Fuel Vehicles eingesetzt, die in der Lage sind, jegliche Mischung von Benzin und Ethanol zu verbrennen. Der genaue Prozentsatz wird von der Regierung abhängig vom Zuckermarkt festgelegt. Die Produktion betrug knapp 19 Mrd. Der Inlandsverbrauch lag bei 16,7 Mrd. Liter, ein Anstieg um 3,7 Mrd. Liter gegenüber dem Vorjahr.

Für wird eine weitere Zunahme um 2,9 Mrd. Liter vor allem aufgrund des stark wachsenden Automarktes prognostiziert.